Kurzbeschreibung

Die Revolution von 1918, auch als Novemberrevolution bezeichnet, breitete sich rasch von einer Meuterei unter Matrosen in Kiel und Wilhelmshaven über das gesamte Deutsche Reich aus, als Soldaten und Arbeiter aus Solidarität Streiks ausriefen und Räte gründeten. Bis zum 7. November übernahmen Soldaten- und Arbeiterräte die Macht in den norddeutschen Städten Hamburg, Bremen und Lübeck und die Revolution griff anschließend auch auf Braunschweig und Köln über. In München wählte der Provisorische Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrat am 7. und 8. November 1918 den Journalisten Kurt Eisner, Mitglied der Unabhängigen Sozialdemokraten (USPD), zum ersten Ministerpräsidenten des neu ausgerufenen republikanischen Freistaates Bayern. Bis zum 8. November erreichte die Revolution unter anderem Dresden, Leipzig, Frankfurt, Köln und Stuttgart. Die Revolution gipfelte am 8. und 9. November 1918 in einem Generalstreik und Massendemonstrationen in Berlin, bei denen ein Ende des Krieges und der Monarchie gefordert wurde. Am 9. November 1918 rief Philipp Scheidemann vom Balkon des Reichstages aus die Deutsche Republik aus und die Abdankung Kaiser Wilhelms II. wurde verkündet. Am 10. November 1918 wurde der Rat der Volksbeauftragten unter der Führung von Friedrich Ebert als provisorische Regierung Deutschlands gebildet, während in kleineren Städten wie Mühlheim/Ruhr weitere Arbeiter- und Soldatenräte gegründet wurden. Die Revolution schuf die Grundlage für die Gründung der Weimarer Republik als parlamentarische Demokratie mit allgemeinem Wahlrecht.

Die Ausbreitung der Revolution 1918

Quelle

Quelle: Anthony McElligott, Rethinking the Weimar Republic: Authority and Authoritarianism, 1916-1936 (London: Bloomsbury Publishing, 2014), S. 27. Kartografische Gestaltung von Gabriel Moss in Zusammenarbeit mit Erik Jensen, 2022.