Kurzbeschreibung
Nach dem Ende der Kampfhandlungen legten die
Waffenstillstandsbedingungen fest, dass neben der gesamten U-Bootflotte
auch 74 Kriegsschiffe der deutschen Hochseeflotte an die Entente-Mächte
übergeben und zunächst in einem alliierten Flottenstützpunkt interniert
werden sollten. Da der Großteil der Flotte nach der Novemberrevolution
in der Hand der Soldatenräte war, gestalteten sich die Verhandlungen zur
Übergabe anfangs schwierig. Ab dem 18. November lief die Kriegsflotte
schließlich unter dem Kommando von Konteradmiral Ludwig von Reuter aus
Wilhelmshaven Richtung Großbritannien aus. Insgesamt 74 abgerüstete
deutsche Kriegsschiffe wurden in der Bucht von Scapa Flow auf den Orkney
Inseln interniert und ihre Mannschaften auf eine Notbesatzung reduziert.
Die Bedingungen des Friedensvertrages, die im Mai 1919 in der Presse
veröffentlicht wurden, sahen unter anderem eine radikale Abrüstung der
deutschen Marine und die Aufteilung der internierten Schiffe unter den
Alliierten vor. Um zu verhindern, dass die deutsche Kriegsflotte
unwiederbringlich in alliierten Besitz überginge, befahl Reuter am 21.
Juni deren Selbstversenkung.
Dieses Foto zeigt einen Schleppkahn neben Tug dem versenkten
deutschen Zerstörer G 102 in der Bucht von Scapa Flow. Dieses Foto zeigt
einen Schlepper neben dem gesunkenen deutschen Zerstörer G 102 in der
Bucht von Scapa Flow. Von den insgesamt 74 Schiffen der Kaiserlichen
Marine wurden 52 Schiffe versenkt. Die Besatzungsmitglieder öffneten
Seeventile, Luken, Schleusen und Torpedorohre und verließen dann die
sinkenden Schiffe in Rettungsbooten. Da die Zerstörung militärischer
Ausrüstung gegen die Waffenstillstandsbedingungen verstieß, wurden
Reuter und seine Mannschaften in Kriegsgefangenschaft genommen und
interniert, bis sie im Januar 1920 nach der Ratifizierung des Versailler
Vertrages nach Deutschland zurückkehren konnten. Für die versenkten
Schiffe verlangten die Siegermächte zudem erhebliche
Ersatzleistungen.