Kurzbeschreibung

Diese Anfang Januar 1919 gefilmten Szenen zeigen einige der Zusammenstöße, die von bewaffneten revolutionären Soldaten und Zivilisten ausgelöst wurden, die eine von Arbeiter- und Soldatenräten geführte sozialistische Republik  forderten, anstatt landesweiter Wahlen zur Nationalversammlung, die das Land regieren und eine neue Verfassung ausarbeiten sollte. Der Aufstand begann am 5. Januar, ausgelöst durch die Entscheidung der preußischen Regierung, den linksradikalen Politiker Emil Eichhorn (USPD) aus seinem Amt als Berliner Polizeichef zu entlassen, das er erst seit zwei Monaten innehatte. Die Regierung warf Eichhorn vor, während der Unruhen zwei Wochen zuvor eine revolutionäre Gruppe meuternder Matrosen unterstützt zu haben, anstatt sich hinter die provisorische Regierung zu stellen. Auf größerer Ebene waren die Straßenkämpfe im Januar jedoch Ausdruck einer gewaltsamen Fortsetzung der tiefgreifenden und leidenschaftlich geführten Debatte innerhalb der deutschen Linken darüber, ob das Land einen moderaten Weg in Richtung einer parlamentarischen Demokratie oder einen radikaleren Weg in Richtung eines sozialistischen Rätesystems einschlagen sollte. Am Abend des 5. Januar hatten bewaffnete Aufständische die Büros der SPD-Zeitung Vorwärts sowie die anderer führender Zeitungen in der Hauptstadt besetzt, und ein Revolutionskomitee unter der Führung von Karl Liebknecht und Otto Ledebour hatte eine Erklärung veröffentlicht, in der es den provisorischen Rat der Volksbeauftragten einseitig für illegitim erklärte und damit absetzte. Nachdem erste Verhandlungen zwischen der sozialdemokratischen Regierung und den Aufständischen über eine friedliche Lösung gescheitert waren, befahl der Volksbeauftragte für Heer und Marine, Gustav Noske (SPD), der Reichswehr – sowie Freikorps-Einheiten – den Aufstand mit Gewalt niederzuschlagen. Die schwersten Kämpfe dauerten bis zum 12. Januar an, doch auch nach Mitte des Monats beherrschten die anhaltenden Gewalttaten – darunter die Ermordung der beiden führenden Linksradikalen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht durch Freikorps – die Schlagzeilen. Die Filmgesellschaft Messter-Woche produzierte eine Sonderausgabe ihrer Wochenschau, um über diese Ereignisse zu berichten, und diente damit als wichtige Informationsquelle in einer Zeit, in der die Tageszeitungen aufgrund der Besetzung ihrer Druckereien durch die Revolutionäre nicht erscheinen konnten.

Wochenschaubericht über den Januaraufstand in Berlin (1919)

Quelle

Quelle: Messter-Woche Extra-Ausgabe, 1919. Bundesarchiv Filmarchiv Filmwerk ID: 13073, https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/13073/630631

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