Nach der 1991 vom Bundestag gefällten Entscheidung für Berlin als
Hauptstadt wurde nicht nur der Reichstag zu einem modernen
Parlamentsgebäude umgebaut, sondern es entstand ein gänzlich neues
Regierungsviertel an der Spree. Die Berliner Architekten Axel Schultes
und Charlotte Frank gewannen 1993 den städtebaulichen Wettbewerb mit
ihrem Konzept „Band des Bundes“, einer städtebaulichen Struktur, die an
zwei Stellen die Spree überspannt und die Sitze von Exekutive und
Legislative in einer Linie gegenüberstellt. 1995 gewannen die beiden
Architekten ebenfalls den Wettbewerb um den Neubau des Kanzleramts. Der
Auftrag für den Umbau des Reichstags ging an den britischen Architekten
Sir Norman Foster, während der Münchener Architekt Stephan Braunfels den
Wettbewerb für die Parlamentsgebäude gewann. Diese Luftaufnahme zeigt
das Reichstagsgebäude und rechts daneben die Baustelle der
Bundestagsbauten (Paul Löbe-Haus), vorne rechts die
Bundespressekonferenz und im Hintergrund das Bundeskanzleramt. Während
besonders der umgebaute Reichstag und die Mehrzahl der neuen
Regierungsbauten sowohl von Architekturkritikern als auch der
Öffentlichkeit positiv aufgenommen wurde, ist das Gebäude des
Bundeskanzleramts, das im Mai 2001 fertiggestellt wurde, häufig als zu
monumental kritisiert und vom Berliner Witz als „Bundeswaschmaschine“
tituliert worden.
Das neue Regierungsviertel in Berlin (10. Mai 2000)