Der BDM (Bund Deutscher Mädel) war die nationalsozialistische
Organisation für Mädchen und das Gegenstück zur Hitlerjugend (HJ) für
Jungen. Neben der ideologischen Indoktrination und der körperlichen
Ertüchtigung unternahmen die Mitglieder regelmäßig Ausflüge und
Wanderungen, um ihre Verbindung zur Natur und dem Vaterland zu stärken.
Die Mädchen wurden zudem auf ihre zukünftige Rolle als Ehefrauen, Mütter
und Hausfrauen vorbereitet. In diesen Filmaufnahmen aus dem Jahr 1937
sehen wir sowohl die Freude an der Kameradschaft, den unbeschwerten
Schulunterricht, der im Gegensatz zur strengeren Ausbildung der Jungen
stand, als auch die „Besetzung“ des deutschen Bodens durch das
Aufstellen der Fahne. Die Mädchen führen Sketche auf, essen gemeinsam,
schreiben Briefe, singen und dürfen einmal sogar ihre Uniform aus blauen
Röcken, weißen Blusen, schwarzen Halstüchern und schwarz-braunen
Schnürschuhen gegen Sommerkleider tauschen. Trotz dieser pastoralen
Bilder war der BDM eine vehemente Kraft bei der Einbindung von Mädchen
und Frauen in die militarisierte „Blut und Boden“-Politik des
Regimes.
BDM-Exkursion (1937)
Quelle
Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, gift of Julien Bryan
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