Kurzbeschreibung
Mitte des Jahres 1932 war fast die Hälfte der Bevölkerung des
Bergbauorts Herne in irgendeiner Form von öffentlichen
Wohlfahrtsleistungen abhängig. Es wurden Komitees aus Erwerbslosen
gebildet, die bei der Verwaltung und Verteilung der Ressourcen
behilflich sein sollten. Diese Komitees standen weitgehend unter der
Kontrolle der KPD, welche in den 1920er Jahren im Ruhrgebiet starken
Zuwachs unter den Arbeitslosen erhalten hatte. Die NSDAP hatte im
Ruhrgebiet ebenfalls einige Unterstützung durch arbeitslose Bergleute
und Industriearbeiter gewinnen können, doch blieb sie in Gegenden, wo es
starke gewerkschaftliche oder sozialistische Traditionen unter der
Arbeiterschaft gab, stets am schwächsten. In den Bezirken um die Zechen
Constantin der Große und
Teutoburgia, wo die Arbeitslosenquote
besonders hoch war, erreichten die Nazis in der Reichstagswahl 1932
lediglich 12 Prozent der Stimmen, während die Kommunisten fast 70
Prozent erreichten.