Kurzbeschreibung
Franz von Papen (1879-1969) war Mitglied der Zentrumspartei und
Abgeordneter des preußischen Landtags. Er gehörte zum rechten,
monarchistischen Flügel der Partei. Im Juni 1932 berief Reichspräsident
Hindenburg ihn als Nachfolger Heinrich Brünings zum neuen Reichskanzler.
Seine Ernennung verdankte er im Wesentlichen der „grauen Eminenz“ Kurt
von Schleicher. Papen bildete ein „Kabinett der nationalen
Konzentration“ aus konservativen, größtenteils adligen Beamten ohne
politisches Mandat. Da das Kabinett nicht die Legitimation durch eine
parlamentarische Mehrheit besaß, war es von dem Vertrauen des
Reichspräsidenten abhängig. Am 3. Juni, dem Tag an dem dieses Foto
aufgenommen wurde, trat Papen zudem aus der Zentrumspartei aus, um
seinem Parteiausschluss zuvorzukommen. Am folgenden Tag löste Hindenburg
auf Antrag Papens den Reichstag auf, sodass Papen auf Grundlage des
Notverordnungsrechts des Reichspräsidenten regieren und damit den
Reichstag faktisch aushebeln konnte. Das Ende der parlamentarischen
Demokratie war damit eingeleitet. Das Bild zeigt die
Kabinettsmitglieder: sitzend v.l.n.r.: Magnus von Braun (Ernährung),
Wilhelm von Gayl (Inneres), Reichskanzler Franz von Papen, Konstantin
von Neurath (Auswärtiges). Stehend v.l.n.r.: Franz Gürtner (Justiz),
Hermann Warmbold (Wirtschaft), Kurt von Schleicher (Wehr)