Kurzbeschreibung
Am 25. Januar 1919 wurden 31 der Revolutionäre, die während der
Kämpfe des Januaraufstands getötet worden waren, auf dem Friedhof in
Berlin-Friedrichsfelde in einem Massengrab beigesetzt. Auch Karl
Liebknecht, der ebenso wie Rosa Luxemburg von Freikorpssoldaten
verhaftet und anschließend erschossen wurde, war unter den Todesopfern.
Da Luxemburgs Leiche erst Monate später gefunden wurde, konnte an diesem
Tag nur ein leerer Sarg an ihrer Stelle beigesetzt werden. Die
Presseberichterstattung übernahm zunächst die offizielle Erklärung des
Militärs, Liebknecht sei auf der Flucht erschossen worden während
Luxemburg von einer wütenden Menge getötet worden sei. Später wurden die
an den Morden beteiligten Offiziere vor ein Kriegsgericht gestellt, doch
wurden sie entweder freigesprochen oder mussten ihre Haftstrafe nie
antreten. Die genauen Todesumstände wurden erst Jahrzehnte später
erforscht. Nicht nur unter Arbeitern und Soldaten, sondern auch aus dem
Bürgertum wurde zunehmend Kritik an der SPD-Übergangsregierung laut, die
für die Gewaltausbrüche und die Straffreiheit der Mörder verantwortlich
gemacht wurde. Wie auf diesem Foto zu sehen ist, nahm eine große
Menschenmenge am Trauerzug für die Revolutionäre teil, die zu einer
Massendemonstration von KPD und USPD-Anhängern geriet. Um eine
Eskalation der Demonstration zu unterbinden, führten Regierungstruppen
und Freikorps an diesem Tag zahlreiche „Sicherheitskontrollen“ in der
Stadt durch.