Kurzbeschreibung

Die Dreigroschenoper wurde bereits nach ihrer Uraufführung am 31. August 1928 in Berlin ein großer Publikumserfolg und hat sich seitdem fest als eines der bekanntesten und einflussreichsten Bühnenstücke der Weimarer Republik etabliert. Der linksintellektuelle Dramatiker Bertolt Brecht stützte sein Drehbuch auf Elisabeth Hauptmanns Übersetzung eines 200 Jahre alten englischen Theaterstücks, The Beggar’s Opera, und beschloss, die Handlung in der Londoner Unterwelt zu belassen. Die Handlung dreht sich um die Rivalität zwischen Peachum, einem Kriminellen, der die Bettler Londons kontrolliert, und Macheath, einem berüchtigten Gangster mit geheimen Verbindungen zum Polizeichef. Während Brecht die Dreigroschenoper mit politischen und antikapitalistischen Botschaften versah, fügte sein kreativer Partner, der Komponist Kurt Weill, musikalische Elemente aus Jazz, Blues und Tanzmusik hinzu, die das Operngenre völlig auf den Kopf stellten. Weills Frau, die Schauspielerin und Sängerin Lotte Lenya, spielte in der Originalproduktion die Hauptrolle und sang einige der wichtigsten Lieder. In diesem Ausschnitt aus einer Aufnahme von 1958 sind die Ouvertüre sowie „Die Ballade von Mack the Knife“, das vielleicht berühmteste Lied aus dem Stück zu hören, dessen englische Version nach dem Zweiten Weltkrieg von zahlreichen Künstlern gecovert wurde, darunter Ella Fitzgerald, Louis Armstrong und Bobby Darin.

Ouvertüre und „Die Moritat von Mackie Messer“ aus der Dreigroschenoper (1928)

Quelle

Und der Haifisch, der hat Zähne
Und die trägt er im Gesicht
Und Macheath, der hat ein Messer
Doch das Messer sieht man nicht.

Und es sind des Haifischs Flossen
Rot, wenn dieser Blut vergießt
Mackie Messer trägt ’nen Handschuh
Drauf man keine Untat liest.

An’nem schönen blauen Sonntag
Liegt ein toter Mann am Strand
Und ein Mensch geht um die Ecke
Den man Mackie Messer nennt.

Und Schmul Meier bleibt verschwunden
Und so mancher reiche Mann
Und sein Geld hat Mackie Messer
Dem man nichts beweisen kann.

Jenny Towler ward gefunden
Mit ’nem Messer in der Brust
Und am Kai geht Mackie Messer
Der von allem nichts gewußt.

Und das große Feuer in Soho
Sieben Kinder und ein Greis
In der Menge Mackie Messer, den
Man nichts fragt, und der nichts weiß.

Und die minderjähr’ge Witwe
Deren Namen jeder weiß
Wachte auf und war geschändet
Mackie welches war dein Preis?

Quelle: Die Dreigroschenoper, Text: Bertolt Brecht, Musik: Kurt Weill, 1928. „Die Moritat von Mackie Messer“ gesungen von Wolfgang Neuss, Orchester und Chor des Senders Freies Berlin, Dirigent: Wilhelm Brückner-Rüggeberg. Columbia Masterworks O2L 257, 1958. Zugang über Internet Archive

Ouvertüre und „Die Moritat von Mackie Messer“ aus der Dreigroschenoper (1928), veröffentlicht in: German History in Documents and Images, <https://germanhistorydocs.org/de/die-weimarer-republik-1918-1933/ghdi:audio-5122> [16.03.2026].