Kurzbeschreibung
Reichspräsident Hindenburg löste im Juli 1930 den Reichstag auf,
nachdem dieser nicht bereit war, die Haushaltspolitik Reichskanzler
Brünings zu unterstützen. Als Brüning seine zuvor vom Reichstag
abgelehnte Gesetzesvorlage in einem verfassungswidrigen Akt mittels
Notverordnungen in Kraft treten ließ, stellte die SPD-Fraktion den
Antrag, die Notverordnungen aufheben zu lassen, der im Reichstag
angenommen wurde. Als Reaktion darauf wandte Hindenburg Artikel 25 der
Verfassung an und löste den Reichstag auf. Neuwahlen wurden für den 14.
September 1930 angesetzt. Zwar wurde die SPD trotz erheblicher
Stimmenverluste erneut stärkste Partei, doch ging als zweitstärkste
Partei die NSDAP mit mehr als 18% der Stimmen hervor. Die KPD vermehrte
ihren Stimmenanteil, ebenso das Zentrum. Zu den Verlierern der Wahl
zählten hingegen die DNVP, DDP und DVP. Auf diesem Bild sind Passanten
beim Betrachten verschiedener Wahlplakate zu sehen. Zu erkennen sind
Plakate der SPD, Staatspartei und DNVP. Insgesamt gaben 82% der
Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Die politische Polarisierung, die durch
das Wahlergebnis deutlich wurde, spiegelte sowohl die Unsicherheit
angesichts der verheerenden wirtschaftlichen und sozialen Lage wieder
als auch die Frustration angesichts der politischen Instabilität, welche
den Parteien als Trägern der parlamentarischen Demokratie die
Glaubwürdigkeit abzusprechen schien.