Kurzbeschreibung
Mit den Worten: „Das Alte und Morsche, die Monarchie ist
zusammengebrochen. Es lebe das Neue! Es lebe die deutsche Republik!“
rief Philipp Scheidemann (1865-1939) am 9. November 1918 in Berlin die
Republik aus und ebnete damit den Weg für die erste Demokratie auf
deutschem Boden. Scheidemann, der aus einfachen Verhältnissen stammte
und sich weitgehend autodidaktisch gebildet hatte, galt als
ausgezeichneter Redner und stieg innerhalb der SPD rasch zur
Parteispitze auf. Seit 1911 war er Mitglied des Parteivorstandes und
1917 wurde er gemeinsam mit Friedrich Ebert zum Parteivorsitzenden
gewählt. Nach der Ausrufung der Republik wurde Scheidemann Mitglied des
Rats der Volksbeauftragten und später der Nationalversammlung, welche
die Weimarer Verfassung entwarf. Am 13. Februar 1919 wurde er
„Reichsministerpräsident“ und damit der erste Regierungschef der
Weimarer Republik. Er trat jedoch bereits im Juni zurück, da er den
Bedingungen des Versailler Vertrages nicht zustimmen konnte. Nach der
Machtübernahme der Nationalsozialisten musste Scheidemann aus
Deutschland fliehen und ging ins Exil nach Dänemark, wo er 1939
starb.