Quelle

Quelle: Plakat, 1932. Bundesarchiv, Plak 002-037-024
Im Juni 1932 unterzeichnete Käthe Kollwitz zusammen mit anderen prominenten Persönlichkeiten einen „Dringenden Appell“ an die SPD und die KPD, eine gemeinsame Kandidatenliste aufzustellen, die bei den bevorstehenden Reichstagswahlen am 31. Juli als einheitlicher Block gegen die Nazis antreten konnte. Kollwitz hatte seit der Novemberrevolution 1918 auf eine Zusammenarbeit der linken Parteien gehofft, und die steigende Popularität der NSDAP in den frühen 1930er Jahren hatte die Notwendigkeit einer solchen Kooperation auf der Linken nun entscheidend gemacht. Der „Dringende Appell“ fand 1932 wenig Resonanz (die NSDAP gewann bei den Wahlen am 31. Juli eine große Mehrheit der Sitze), doch die Gruppe veröffentlichte denselben Appell im Februar 1933, nur zwei Wochen nachdem Hitler an die Macht gekommen war und drei Wochen vor den Wahlen am 5. März, die genau bestimmen sollten, wie viel Macht Hitler ausüben konnte. Der Aufruf wurde auf Plakaten veröffentlicht, die in ganz Berlin aufgehängt wurden, und führte tragischerweise zu einer sofortigen Gegenreaktion der vielen Kulturschaffenden, die sich bereits entschieden hatten, sich der aufkommenden NS-Ordnung anzupassen. Am 15. Februar 1933 beugten sich Kollwitz und zwei ihrer Mitunterzeichner dem starken Druck ihrer ehemaligen Kollegen und traten widerwillig aus der Preußischen Akademie der Künste aus.

Quelle: Plakat, 1932. Bundesarchiv, Plak 002-037-024
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