Kurzbeschreibung
In diesem ersten Satz (Moderato)
des Streichquartetts Nr. 3 (op. 30) aus dem Jahr 1927 demonstrierte der
Komponist Arnold Schoenberg (1874–1951) seine Anwendung der
Zwölftontechnik, einer Methode zur Strukturierung atonaler Musik.
Frühere atonale Musik folgte einer freien Form, die kurze, intensive
Musikausbrüche hervorbrachte, die Komponisten ohne einen formalen
harmonischen Prozess nur schwer aufrechterhalten konnten. Ab etwa 1920
versuchte Schoenberg, mit seiner Zwölftonreihe, die alle zwölf
chromatischen Töne ohne Wiederholung spielte, eine solche Syntax
festzulegen. Sie umfasste alle schwarzen und weißen Tasten einer Oktave
auf dem Klavier, und der Interpret spielte die gesamte Reihe, bevor er
einen Ton darin wiederholte. Schoenbergs Ansatz beeinflusste eine ganze
Generation von Komponisten um die Mitte des 20. Jahrhunderts. Als
führende Persönlichkeit der sogenannten „Zweiten Wiener Schule“, einem
Kreis modernistischer Komponisten der 1920er Jahre, die sich der
Förderung dessen verschrieben hatten, was sie bewusst als „Neue Musik“
bezeichneten, schloss sich Schoenberg den Komponisten Anton Webern,
Hanns Eisler und Alban Berg an, um sich entschlossen von der
traditionellen Dur-Moll-Tonalität zu lösen. Schoenberg wurde zum
Professor an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin ernannt, wo
er von 1926 bis 1933 einen Meisterkurs in Komposition unterrichtete, bis
die Nazis die Macht übernahmen und ihm aufgrund seiner jüdischen
Herkunft seinen Titel aberkannten. Bald darauf emigrierte er mit seiner
Familie in die Vereinigten Staaten, wo er an der USC und der UCLA in Los
Angeles, Kalifornien, Komposition unterrichtete.