Quelle

Quelle: Die Rote Ruhrarmee beim Gewehrappell, 1920. Fotograf/in unbekannt. Bundesarchiv Bild 119-2571-0003.
Ausgelöst durch den Generalstreik der Arbeiterschaft, der den Kapp-Lüttwitz Putsch kippte, entstanden im März 1920 zahlreiche revolutionäre Aufstandsbewegungen, die gegen die Republik und die Reichsregierung gerichtet waren. Insbesondere im Ruhrgebiet kam es zu heftigen Kämpfen zwischen bewaffneten Arbeitern, die hofften, die Revolution von 1918/19 wiederaufleben zu lassen und doch noch sozialistische Ziele wie die Vergesellschaftung der Wirtschaftszweige durchzusetzen, und Reichswehreinheiten sowie der Sicherheitspolizei. Diese „Rote Ruhrarmee“, die ca. 50.000 bewaffnete Mitglieder zählte und größtenteils aus ehemaligen Frontsoldaten und Anhängern der KPD und USPD ohne ein gemeinsames politisches Programm bestand, hatte nach gewaltsamen Kämpfen die Kontrolle über das Industriegebiet an der Ruhr gewonnen. Die Reichsregierung unter Hermann Müller (SPD) fürchtete nicht nur um die politische Stabilität der jungen Republik, sondern auch um die Kontrolle über die Kohleförderung. Nachdem Verhandlungsversuche gescheitert waren, marschierten am 3. April 1920 Regierungstruppen in das Ruhrgebiet ein und schlugen mit Unterstützung der Freikorps, von denen viele erst kurz zuvor den Kapp-Lüttwitz Putsch gegen die Regierung unterstützt hatten, den Aufstand brutal nieder. Schätzungen zufolge starben ca. 1000 Aufständische und 200 Reichswehrsoldaten während der Kämpfe, zahlreiche weitere Aufständische wurden nach ihrer Festnahme standrechtlich erschossen. Auf diesem Foto sind Mitglieder der „Roten Ruhrarmee“ in Dortmund beim Gewehrappell auf der Straße zu sehen.

Quelle: Die Rote Ruhrarmee beim Gewehrappell, 1920. Fotograf/in unbekannt. Bundesarchiv Bild 119-2571-0003.
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