Kurzbeschreibung

Das Bauhaus hatte einen richtungsweisenden Einfluss auf Architektur und Design, der weit über Deutschland und das Jahr 1933 hinausreichte. Diese Karte zeigt die drei Standorte der Bauhaus-Schule in der Weimarer Republik sowie einige der internationalen Stätten, die vom Bauhaus geprägt oder inspiriert wurden (in einigen Fällen durch erhebliche Abweichungen von den ursprünglichen Bauhaus-Ansätzen). Die verschiedenen Standorte auf dieser Karte veranschaulichen räumlich die Reichweite der innovativen Designbewegung aus Deutschland und Mitteleuropas in der Zwischenkriegszeit.

Die weltweite Reichweite der Bauhaus-Schule (1919-1933)

Quelle

Auf der Karte markierte Orte:

Weimar: Walter Gropius gründete 1919 die Bauhaus-Schule in Weimar, die bis 1925 dort existierte.

Dessau: Das Bauhaus zog 1925 hierher, wo es seinen Ruf als internationale Designschule festigte. Die von den Nationalsozialisten kontrollierte Stadtverwaltung beschloss 1932 die Schließung der Schule.

Berlin: Das Bauhaus zog 1932 nach Berlin und wurde kurze Zeit später von den Nationalsozialisten geschlossen. Moderne Architekten und Stadtplaner, darunter Hans Scharoun, Walter Gropius, Bruno Taut und Martin Wagner, entwarfen Ende der 1920er Jahre Wohnsiedlungen wie die Großsiedlung Siemensstadt, Hufeisensiedlung und Onkel-Tom-Siedlung.

Bernau bei Berlin: Der Bauhaus-Direktor Hannes Meyer entwarf hier zwischen 1928 und 1930 die denkmalgeschützte ADGB-Gewerkschaftsschule.

Erfurt: Die Bauhaus-Studentin Margaretha Reichhardt eröffnete hier 1933 eine Handwebschule und eine Werkstatt.

Frankfurt: Im Rahmen des Programms „Neues Frankfurt“ unter der Leitung des Chefarchitekten Ernst May wurden zwischen 1925 und 1931 12.000 moderne Wohnungen gebaut, von denen die meisten mit der von Margarete Schütte-Lihotzky entworfenen, auf Effizienz ausgelegten „Frankfurter Küche“ ausgestattet waren.

Essen: Der Schacht 12 der Zeche Zollverein aus den Jahren 1928–32 gilt als Meilenstein des modernen Industriedesigns.

Stuttgart: Die Weissenhofsiedlung wurde 1927 eröffnet, um moderne internationale Architektur und Design zu präsentieren.

Brünn (Brno): Der dritte und letzte Direktor des Bauhauses, Mies van der Rohe, entwarf hier 1929 die Villa Tugendhat.

Moskau: Der ehemalige Direktor des Bauhauses, Hannes Meyer, arbeitete hier Anfang der 1930er Jahre an groß angelegten Wohnbauprojekten.

London: Die Isokon Flats, ein modernes Experiment für minimalistisches und halbkommunales Wohnen, wurden 1934 eröffnet. Zu den ersten Bewohnern gehörten Emigranten des Bauhauses.

New York: Das Museum of Modern Art (MoMA) eröffnete 1938 die Ausstellung „Bauhaus: 1919–1928” als Würdigung des weltweiten Einflusses der Schule auf Kunst und Design.

Chicago: László Moholy-Nagy gründete 1937 ein „neues Bauhaus”, das Institute of Design am Illinois Institute of Technology. Der Architekt und ehemalige Bauhaus-Direktor in Berlin, Mies van der Rohe, schloss sich bald darauf an.

Asheville, North Carolina: Josef und Anni Albers, beide Absolventen und ehemalige Lehrer des Bauhauses, prägten von 1933 bis 1949 das Kunstprogramm und die Gesamtvision des Black Mountain College.

Cambridge, Massachusetts: Walter Gropius lehrte von 1937 bis 1952 an der Harvard Graduate School of Design und war dort eine prägende Figur. Marcel Breuer schloss sich ihm für einen Zeitraum von vier Jahren an.

Tel Aviv: Eine Reihe von Architekten jüdischer Herkunft aus Mitteleuropa, von denen viele am Bauhaus ausgebildet worden waren, entwarfen Tausende von Gebäuden in der „Weißen Stadt“, einer modernen, in den 1930er Jahren entwickelten Planstadt.

Ankara: Die modernen Architekten Ernst Egli, Margarete Schütte-Lihotzky und Bruno Taut sowie der Stadtplaner Martin Wagner trugen in den 1920er und 1930er Jahren zur Gestaltung der neuen türkischen Hauptstadt bei.

Westbengalen: Die Ideen des Bauhauses beeinflussten neue Gestaltungselemente an der Visva-Bharati-Universität, deren Leiter Rabindranath Tagore 1922 eine Ausstellung mit Künstlern des Bauhauses und der indischen Avantgarde organisierte.

Quelle: Kartografische Gestaltung von Gabriel Moss in Zusammenarbeit mit Erik Jensen, 2022.