Quelle
Auf der Karte markierte Orte: Weimar: Walter Gropius gründete 1919
die Bauhaus-Schule in Weimar, die bis 1925 dort existierte. Dessau: Das Bauhaus zog 1925
hierher, wo es seinen Ruf als internationale Designschule festigte. Die
von den Nationalsozialisten kontrollierte Stadtverwaltung beschloss 1932
die Schließung der Schule. Berlin: Das Bauhaus zog 1932 nach
Berlin und wurde kurze Zeit später von den Nationalsozialisten
geschlossen. Moderne Architekten und Stadtplaner, darunter Hans
Scharoun, Walter Gropius, Bruno Taut und Martin Wagner, entwarfen Ende
der 1920er Jahre Wohnsiedlungen wie die Großsiedlung Siemensstadt,
Hufeisensiedlung und Onkel-Tom-Siedlung. Bernau bei Berlin: Der
Bauhaus-Direktor Hannes Meyer entwarf hier zwischen 1928 und 1930 die
denkmalgeschützte ADGB-Gewerkschaftsschule. Erfurt: Die Bauhaus-Studentin
Margaretha Reichhardt eröffnete hier 1933 eine Handwebschule und eine
Werkstatt. Frankfurt: Im Rahmen des Programms
„Neues Frankfurt“ unter der Leitung des Chefarchitekten Ernst May wurden
zwischen 1925 und 1931 12.000 moderne Wohnungen gebaut, von denen die
meisten mit der von Margarete Schütte-Lihotzky entworfenen, auf
Effizienz ausgelegten „Frankfurter Küche“ ausgestattet waren. Essen: Der Schacht 12 der Zeche
Zollverein aus den Jahren 1928–32 gilt als Meilenstein des modernen
Industriedesigns. Stuttgart: Die Weissenhofsiedlung
wurde 1927 eröffnet, um moderne internationale Architektur und Design zu
präsentieren. Brünn (Brno): Der dritte und letzte
Direktor des Bauhauses, Mies van der Rohe, entwarf hier 1929 die Villa
Tugendhat. Moskau: Der ehemalige Direktor des
Bauhauses, Hannes Meyer, arbeitete hier Anfang der 1930er Jahre an groß
angelegten Wohnbauprojekten. London: Die Isokon Flats, ein
modernes Experiment für minimalistisches und halbkommunales Wohnen,
wurden 1934 eröffnet. Zu den ersten Bewohnern gehörten Emigranten des
Bauhauses. New York: Das Museum of Modern Art
(MoMA) eröffnete 1938 die Ausstellung „Bauhaus: 1919–1928” als Würdigung
des weltweiten Einflusses der Schule auf Kunst und Design. Chicago: László Moholy-Nagy gründete
1937 ein „neues Bauhaus”, das Institute of Design am Illinois Institute
of Technology. Der Architekt und ehemalige Bauhaus-Direktor in Berlin,
Mies van der Rohe, schloss sich bald darauf an. Asheville, North Carolina: Josef und
Anni Albers, beide Absolventen und ehemalige Lehrer des Bauhauses,
prägten von 1933 bis 1949 das Kunstprogramm und die Gesamtvision des
Black Mountain College. Cambridge, Massachusetts: Walter
Gropius lehrte von 1937 bis 1952 an der Harvard Graduate School of
Design und war dort eine prägende Figur. Marcel Breuer schloss sich ihm
für einen Zeitraum von vier Jahren an. Tel Aviv: Eine Reihe von Architekten
jüdischer Herkunft aus Mitteleuropa, von denen viele am Bauhaus
ausgebildet worden waren, entwarfen Tausende von Gebäuden in der „Weißen
Stadt“, einer modernen, in den 1930er Jahren entwickelten Planstadt. Ankara: Die modernen Architekten
Ernst Egli, Margarete Schütte-Lihotzky und Bruno Taut sowie der
Stadtplaner Martin Wagner trugen in den 1920er und 1930er Jahren zur
Gestaltung der neuen türkischen Hauptstadt bei. Westbengalen: Die Ideen des
Bauhauses beeinflussten neue Gestaltungselemente an der
Visva-Bharati-Universität, deren Leiter Rabindranath Tagore 1922 eine
Ausstellung mit Künstlern des Bauhauses und der indischen Avantgarde
organisierte.
Quelle: Kartografische Gestaltung von Gabriel Moss in Zusammenarbeit mit Erik Jensen, 2022.