Quelle
Quelle: Film über richtiges und falsches Verhalten im Straßenverkehr (Archivtitel), 1920. Bundesarchiv Filmarchiv, Filmwerk ID: 19906. https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/19906/687557
Dieser Lehrfilm aus den frühen 1920er Jahren kombinierte Animation und Dokumentaraufnahmen von den Straßen Mannheims, um das Publikum über Verkehrssicherheit aufzuklären. Mannheim, eine florierende Industriestadt in Baden, bot aufgrund seines für Deutschland ungewöhnlichen geradlinigen Straßenrasters einen einzigartigen Ort für solche Unterweisungen. Die Stadt hatte außerdem eine zentrale Rolle bei der Entwicklung mehrerer moderner Transportmittel gespielt, darunter das Fahrrad, der Traktor und das Automobil, sodass die Einwohner über reichlich Erfahrung mit verschiedenen Verkehrsmitteln auf den Straßen ihrer Stadt verfügten. Wie dieser Film deutlich macht, teilten sich noch in den 1920er Jahren Handkarren, Pferde, Fahrräder, Fußgänger, elektrische Straßenbahnen, Autos, Lastwagen, Busse und Motorräder den Zugang zu den Straßen der Stadt, was ein Durcheinander von vormodernen und modernen Verkehrsmitteln offenbarte.
Als in den 1920er Jahren immer mehr Deutsche begannen, ein eigenes Auto zu fahren, stieg die Zahl der Verkehrsunfälle landesweit entsprechend an. Das erste nationale Gesetz zur Regelung des Straßenverkehrs, das „Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen” von 1909, überließ die Verkehrsregelung weitgehend der örtlichen Polizei und konzentrierte sich stattdessen auf die Fahrer, indem es Registrierungs-, Prüfungs- und Führerscheinpflichten vorschrieb, darunter die Bestimmung, dass Frauen vor der Beantragung eines Führerscheins die Erlaubnis ihres Ehemanns einholen mussten. Interessanterweise regelte dasselbe Gesetz auch die Haftung bei Unfällen, was ein frühes Bewusstsein der Gesetzgeber für die Gefahren des Automobilverkehrs erkennen lässt. Spätere Regierungen änderten das Gesetz mehrmals, und einzelne Gemeinden und sogar einige Automobilclubs begannen, Verkehrszeichen aufzustellen, um die Vorfahrt der verschiedenen Fahrzeuge zu regeln oder vor bevorstehenden toten Winkeln oder anderen Gefahrenstellen zu warnen. Berlin installierte seine ersten Ampeln erst 1924, nachdem man sich bis dahin ausschließlich auf uniformierte Polizisten verlassen hatte, um den Verkehr von Autos, Bussen, Straßenbahnen und Pferdewagen auf den stark befahrenen Straßen der Stadt zu regeln. Dieser Film erklärte die gesetzlich festgelegten Verkehrsregeln und zeigte zudem Verkehrspolizisten bei Kontrollen zur Unfallverhütung, was darauf hindeutet, dass man die Zuschauer sowohl aufklären als auch ihnen die Gewissheit geben wollte, dass die Behörden ebenfalls ihren Teil zur Verkehrssicherheit beitrugen.
Quelle: Film über richtiges und falsches Verhalten im Straßenverkehr (Archivtitel), 1920. Bundesarchiv Filmarchiv, Filmwerk ID: 19906. https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/19906/687557
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