Kurzbeschreibung
Der Bühnenautor Ernst Toller (1893-1939) wurde für
seine Beteiligung an der Bayerischen Räterepublik 1919 zu fünf Jahren Haft
verurteilt. Während seiner Haft schrieb er zahlreiche der Werke, die seinen
literarischen Ruf begründen sollten. Mehrere seiner Stücke wurden
uraufgeführt während er sich noch in Haft befand, das bekannteste darunter
war Die Maschinenstürmer, welches wenige Tage nach
der Ermordung Walter Rathenaus eröffnet wurde und zu einem politischen
Protest gegen die Feinde der Republik geriet. Toller verfolgte eine
„revolutionäre und dramatische epische Kunst“, und seine Werke waren
schrill, konfrontativ und bewusst anstößig. Nach seiner Haftentlassung wurde
er aus Bayern ausgewiesen und ging nach Berlin. Da er sowohl Sozialist als
auch jüdisch war, sah er sich nach der Machtübernahme der
Nationalsozialisten zur Emigration gezwungen. Im Mai 1939 beging er
Selbstmord in einem New Yorker Hotel.