Kurzbeschreibung

Als der Versailler Vertrag Anfang 1920 offiziell in Kraft trat, verstärkten die Alliierten ihren Druck auf Deutschland, die vereinbarten militärischen Beschränkungen einzuhalten. Dazu gehörte auch die Auflösung der Freikorps, unabhängiger Einheiten aus demobilisierten Soldaten, die sich kurz nach dem Krieg aus einer gemeinsamen Feindschaft gegen die Revolution heraus gebildet hatten. Die Freikorps verübten Anfang 1919 zahlreiche Gewalttaten gegen linksextreme Gruppen, doch waren ihre Aktionen bis dahin von der gemäßigten Mitte-Links-SPD-Regierung stillschweigend unterstützt worden, weil sie zur Aufrechterhaltung der Ordnung beigetragen hatten.

Die Bemühungen der Regierung, die Freikorps aufzulösen, veranlassten eine ihrer rechtsextremen Einheiten, am 13. März 1920 einen gewaltsamen Umsturz dieser demokratisch gewählten Regierung zu versuchen, der als Kapp-Lüttwitz-Putsch bekannt wurde. Durch das Versprechen, sich über den Versailler Vertrag hinwegzusetzen, wurde der Putsch stillschweigend von der deutschen Armee unterstützt, was bedeutete, dass die zum Schutz des Staates geschaffene Institution diese Aufgabe nicht erfüllte. Den Kabinettsmitgliedern der Regierung gelang es jedoch, sich der Verhaftung zu entziehen und eine breite Unterstützung für den Schutz der Republik zu gewinnen, indem sie einen sofortigen landesweiten Generalstreik ausriefen, um die Putschisten zu untergraben. In den folgenden drei Tagen legten landesweit mehr als 12 Millionen Arbeitnehmer die Arbeit nieder, und die Bürokratie weigerte sich, die Anordnungen der Putschisten umzusetzen.

Am 17. März war der Kapp-Lüttwitz-Putsch vollends gescheitert, doch musste die Regierung nun die streikenden Arbeiter davon überzeugen, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, und diese verlangten weitere Veränderungen. Dazu gehörte die Absetzung von Verteidigungsminister Gustav Noske, der sich den Zorn vieler Arbeiter zugezogen hatte, weil er bereit war, Freikorps-Einheiten einzusetzen, um vermeintliche Bedrohungen durch die extreme Linke vor dem Putschversuch zu zerschlagen. Noske beugte sich dem Druck und trat am 22. März zurück, doch einige streikende Arbeiter – vor allem im industriellen Ruhrgebiet in Westdeutschland, aber auch in den Arbeiterbezirken Berlins – drängten auf eine umfassende Umbildung der Regierung. Selbstorganisierte Arbeitermilizen im Ruhrgebiet, die als „Rote Ruhrarmee“ bezeichnet wurden, übernahmen während des sogennanten Ruhraufstands sogar die Kontrolle in einer Reihe von Orten, darunter Dortmund und Essen, um eine weitreichendere Revolution loszutreten. In einer schwindelerregenden Wendung der Ereignisse wandte sich die SPD-Regierung nun gegen viele derselben Arbeiter, deren Generalstreik sie gerade vor einem gewaltsamen Umsturz bewahrt hatte. Da die Regierung die revolutionären Forderungen der verbliebenen Streikenden als Bedrohung ihrer legitimen Autorität ansah, setzte sie nun die Armee und in einigen Fällen sogar Freikorpseinheiten ein, um den Aufstand zu beenden.

Die Künstlerin Käthe Kollwitz, die in einem Berliner Arbeiterviertel lebte, beschrieb in ihren Tagebuchaufzeichnungen vom März 1920 ihre Ängste und Unsicherheit. Während die Gerüchteküche brodelte, nahm sie die konkurrierenden Berichte über Verhandlungen zwischen den verschiedenen politischen Parteien zur Kenntnis. Schon früh befürchtete Kollwitz, dass ihr Sohn Hans sich dem gewaltsamen Widerstand gegen den Putsch anschließen würde, und sie durchlebte die zahlreichen durch den Generalstreik verursachten Unterbrechungen der Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Strom. Kollwitz hielt ebenfalls unerwartete Kontraste in der Stadt fest, etwa wenn sie und ihr Mann sich an einer Stacheldrahtabsperrung umdrehten und sich dann inmitten friedlich flanierender Fußgänger und spielender Kinder wiederfanden.

Während dieser Wochen beobachtete Kollwitz die konkurrierenden Interessen der Mitte-Links-SPD und der beiden weiter links stehenden Parteien, der USPD und der linksradikalen KPD. Zwar gelang es SPD und USPD zunächst, sich hinter dem gemeinsamen Ziel der Vereitelung des Putsches zu vereinen, doch gingen ihre Vorstellungen nach Erreichen dieses Ziels wieder auseinander. Während sich die SPD für die schnelle Wiederherstellung der konstitutionellen Demokratie einsetzte, konzentrierten sich USPD und KPD darauf, eine revolutionäre Umgestaltung des wirtschaftlichen und politischen Systems voranzutreiben.

Diese Passagen verdeutlichen Kollwitz' Gefühl, in einem historischen Moment zu leben, den sie festhalten und verstehen wollte. Zu diesem Zweck griff sie manchmal auf historische Analogien zurück. So spricht Kollwitz am ersten Tag des Kapp-Lüttwitz-Putsches von dem „stürmischen Monat“ März, der wiederkehrt, eine Anspielung auf die revolutionären Ereignisse im März 1848, die den ersten Versuch der Deutschen markierten, eine Demokratie zu schaffen. Einige Tage später las Kollwitz eine Geschichte der Französischen Revolution von dem anarchistischen Schriftsteller Peter Kropotkin. Dieses Buch taucht in vielen Passagen von Kollwitz' Tagebuch auf und diente ihr als ständiger Begleiter in den ersten Jahren der Weimarer Republik. Kollwitz sah viele Parallelen zwischen den Ereignissen im Paris des späten 18. Jahrhunderts und denen, die sich um sie herum abspielten, und die Tendenz zur Gewalt, die sie in beiden Fällen sah, erfüllte sie mit großer Trauer.

Käthe Kollwitz über den Kapp-Lüttwitz-Putsch (1920)

Quelle

13. März 1920

Nun hat die Gegenrevolution eingesetzt. Heut früh sind königstreue Truppen mit schwarz-weiß-roten Fahnen von Döberitz eingezogen. Die Regierung ist flüchtig, die öffentlichen Gebäude besetzt, Vorwärts und Freiheit verboten. Auf den Straßen stehn die Leute in Rudeln zusammen, jeder ist wie verdonnert.

Wie wirds nun werden?

Wieder der März, der unruhige Monat!

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Sonntag, 14. März 1920

Mehrheit und Unabhängige haben sich zusammengetan. Generalstreik.

17. März 1920

Mittwoch. Heut der 3. Tag des Generalstreiks. Berlin ist ganz abgeschnitten. In den westlichen Teilen gibt es infolge der Technischen Nothilfe (Schüler, Studenten) elektrisches Licht. Bei uns ist es nachts ganz dunkel. Eine Dunkelheit wie auf dem Lande. Samtschwarz. Merkwürdig aber zugleich die schallenden Schritte der Menschen auf dem Asphalt zu hören. In der eigentlichen Nacht ist es dann zugleich still und dunkel.

Heut nacht war Otty Ehlers bei uns. Sie kam auf dem Rad mit Hans[1] und brachte einen Liter Petroleum.

Hans ist viel in der Stadt. Gestern abend brachte er gute Nachricht mit, daß die neue Regierung in sich im Zusammenbruch sei, daß eine Koalitionsregierung zu erwarten stände.

Karl[2] aber hatte aus sicherer Quelle schlechte Nachrichten. SPD und USPD fallen wieder auseinander. Die Unabhängigen wollen diese letzte Gelegenheit sich nicht nehmen lassen, die Diktatur des Proletariats aufzurichten. Sie sind bewaffnet und wollen den Kampf aufnehmen. Die SPD ist gegen die Diktatur und stellt sich mithin gegen die Unabhängigen. Jetzt kann und wird es—fürchte ich—zu furchtbaren Bruderkämpfen kommen.

Wie Blei legte es sich mir auf die Brust, als ich das hörte, schrecklich schwer.

Heut früh sagte ich Hans diese Nachricht. Ich bat ihn, weise zu handeln. Sich sehr zu prüfen, ob er für die Konsequenzen des Tuns der Unabhängigen eintreten könnte. Seinem einmal geäußerten Grundsatz treu zu bleiben, jede Gewaltanwendung sei von Übel.

Der wirkliche Grund weswegen ich so sprach war natürlich die Sorge um sein Leben. Daß er sich so entscheiden könnte, daß wir auch ihn verlören.

Abends bringt Hans, der den ganzen Tag mit dem Rad unterwegs ist, die Nachricht, daß die Unabhängigen eine Spandauer Kaserne gestürmt haben sollen und stark bewaffnet auf dem Anmarsch wären. Karl bestätigt abends dasselbe.

Wien, Wilna sollen Räterepublik haben, auch einige deutsche Städte.

18. März 1920

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Windiges feuchtes laues Märzwetter.

Vormittags das erste Extrablatt. Die alte Regierung kehre nach Berlin zurück, Kapp und Lüttwitz seien erledigt. Die alte Regierung hätte folgende Zugeständnisse gemacht:
1. Neuwahlen zur Nationalversammlung innerhalb zwei Monaten
2. Präsidentenwahl direkt durchs Volk
3. Umbildung der Reichsregierung.
Dies ist der Kompromiß zwischen alter und neuer Regierung. Jetzt wollen wir sehn, was die Unabhängigen dazu sagen werden.

Hans fährt früh mit dem Rad in die Stadt, Karl ist beschäftigt. Ein für mich langsam sich hinschleppender Tag. Besonders abends als es dunkel war und ich mit Mutter bei der einen Lampe war und Mutter stundenlang aus ihren Phantasien heraus sprach.[3] Da wurde es mir fast unheimlich isoliert. Zuerst kam dann Frau Sonnewald nach Haus und brachte ein frisches Gesicht und Lachen mit. Und eine Stunde darauf kam Hans und gleich danach auch Karl. Gott sei Dank—nun lebte ich wieder.

Hans brachte die Nachricht, daß die Mehrheitsregierung sich zu einigen gedächte mit allen rechts stehenden Parteien gegen links. Also Wahnsinn. Denn Karl sagt, die Stimmung unter den Mehrheitsgenossen sei wesentlich radikaler geworden, ein Vorgehen gegen die Unabhängigen würde unbedingt abgewiesen. Die Gewerkschaften verlangen eine rein sozialistische Regierung. Mitbestimmung bei der Ministerwahl und Entwaffnung der Baltikumtruppen.[4]

So klafft ein Riß zwischen dem Gros der Mehrheitssozialisten und ihrer Regierung. Diese soll eine Vereinigung mit der USPD abgelehnt haben, trotzdem die USPD auf die Einführung der Räteverfassung einstweilen zu verzichten sich bereiterklärt haben soll.

Die Angst vor der roten Armee, die von Spandau einmarschieren soll ist so groß, das die bürgerlichen Parteien wieder sich an die Mehrheitssozialisten wenden und die, um nicht das Heft aus der Hand zu geben, erklären sich gegen die Radikalen.

Die Baltikumtruppen sind nach Döberitz zurückgezogen aber nicht entwaffnet. Bei ihrem Abzug haben sie in die sie umdrängende und schimpfende Menge an mehreren Stellen Berlins hineingefeuert.

Ich lese Kropotkins „Französische Revolution“ und bin erstaunt über die Parallele jetzt. Die Gironde in ihrem ganzen Verhalten entspricht durchaus den Mehrheitssozialisten. Die Unabhängigen entsprechen der Linksgruppe des Konvents. Dann aber gibt es die große vorwärtsdrängende Masse mit den „enragés“, den wieder ins Dunkel zurücktauchenden Aufpeitschern, die immer schüren und die revolutionäre Glut wach halten.

19. März 1920

Hans ist erst jetzt mittags mit dem Rad in die Stadt. Es heist, Noske soll abgesetzt sein. Das wäre ja wohl selbstverständlich. —

Begleite Karl auf seinen Gängen. Große Unruhe auf den Straßen. Überall kleine Plakate angeklebt der Unabhängigen, Kommunisten: Aufforderung zur sofortigen Bildung revolutionärer Betriebsräte. Dagegen ein sehr verständiges Flugblatt von der Bezirksleitung der SPD ausgehend. Darin wird vor dem übereilten Schritt der Einsetzung der Räterepublik gewarnt, aber eine andere radikalere Regierung verlangt.

Nach Haus gekommen find ich Hans und Otty. Hans bringt Lebensmittel für Karls ärmste Patienten, von den Quäkern gestiftet, Otty fährt in Friedenau schmutzige Wäsche einsammeln im Auftrag der Quäker.

Hans erzählt, daß im Zentrum große Erregung ist. Er ist zweimal in Schießerei gekommen.

20. März 1920

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Politisch liegt es so, daß den Linksparteien viel Zugeständnisse gemacht sind. Es soll eine rein sozialistische Regierung gebildet werden, die Truppen sollen entwaffnet werden. Die Arbeiter verhalten sich ungläubig dagegen und heben den Streik nicht auf. Heut ist eine Woche Generalstreik. In der Nacht hört man schwere Geschütze aus weiter Ferne. Näher daran auch Maschinengewehre. Am Alexanderplatz ist gestern gräßlich und brutal geschossen worden.

Die Steigerung der Lebensmittelnot ist gar nicht abzusehn. Karl ist ganz verzweifelt, was das unter den Kindern anrichten soll. Unsere Pumpe auf dem Wörther Platz ist ausgepumpt, wenn die Nachbarpumpen auch so machen, hat man bald kein Wasser.

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Sonntag, 21. März 1920

Es wird weiter gestreikt. Die linkssozialistischen Parteien wollen den Streik bis zur Durchsetzung der Räteverfassung durchhalten.

Hans fährt nachmittags zu Ehlers’ die gekauften Eßvorräte holen. Karl und ich gehn etwas in die Stadt. An den Drahtverhauen des Hackeschen Marktes machen wir kehrt. Die Straßen sind voll von friedlichen Spaziergängern und spielenden Kindern. Es ist schönes aber noch strenges Frühlingswetter.

Montag, 22. März 1920

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Der Streik dauert fort. Heut eine volle Woche, daß Generalstreik ist. Das bedeutet für die ganzen Arbeitergegenden kein Licht, kein Wasser (außer den allmählich versagenden Pumpen), keine Kohlen, keine Fahrgelegenheit, keine Gemüsezufuhr. Wie es mit Milch steht weiß ich nicht. Brot wird einstweilen noch gebacken, Gemüse hat man zwar kein frisches mehr, aber noch Salzgemüse. Als ich heut lang nach Brot anstand, hörte ich die Frauen untereinander sprechen. Eine kam vorüber und rief: „Ihr habts gut, Ihr steht in der Sonne!“ worauf eine Frau neben mir antwortete: „Das ist aber auch alles, was wir haben.“

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Ende März 1920

Der Streik wird abgebrochen. Man ist am Ziel. Die Kapp-Regierung ist erledigt. Jetzt ist ein neues Ministerium erwählt, ein Koalitionsministerium. Die Unabhängigen und Kommunisten grollen. Schon wieder steht ein Streik im Hintergrund.

Palmsonntag 1920 [28. März 1920]

Heut war eine große Einigungsversammlung im Zirkus Busch. Ich kam nicht herein. Karl war gegen Schluß drin. Er sagte, von Einigung sei nicht viel die Rede gewesen. Katzenstein[5] habe sehr ungeschickt gesprochen und großen Tumult erregt.

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Als der Streik siegreich beendet war aber die Straßen noch ohne Beleuchtung, stand ich mit Hans mal abends am offenen Fenster. Unten tiefe Dunkelheit—über den Häusern funkelnder Sternhimmel und die weiße schräge Mondsichel. Unten im Dunkel hörte man Schritte schallen von vielen Menschen. Junge Stimmen sangen siegreich: „Das sind die Arbeitsmänner—das Proletariat!“ – Das war schön.

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Karfreitag 1920 [2. April 1920]

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Abends mit Karl in der von Hiller[6] einberufenen Versammlung, wo über die Gründung der neuen parteilosen Partei gesprochen wird. Es sind intelligente Leute da. Am besten gefällt uns Deri. Sie sind alle einig in der Notwendigkeit im Rahmen einer der großen Parteien zu wirken für den Sozialismus, dessen Durchführung das A und O sei. Er spricht gut, er hat sich sehr verbessert im Freisprechen. Ich freu mich sehr darüber.

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1. Mai 1920

Kühles, reines, windig sonniges Wetter.
Weltfeiertag! Wenn man dies Wort spricht, fühlt man sich erhöht.

Ein selbstgeschaffener, auf der ganzen Erde gefeierter Festtag, das ist der 1. Mai. Noch ein Kampftag, aber daneben ein Freudentag, ein Frühlingstag, ein Völkerversöhnungstag. Und so schön, daß die Maifeier bis in heidnische Zeiten zurückreicht.

Ich ging nach dem Exerzierplatz, wo die Kommunisten sich versammeln sollten. Es waren aber so wenige Menschen dort, daß ich nach der Schwedter Straße ging zu der KAPD.[7] Da sprach ein junger Mensch. Der 1. Mai sei kein Freudenfesttag, sondern Tag des Gedächtnisses, des Schwurs, des Kampfes.

Proletarier sein und diese Zeit durchleben in der festen gläubigen Erwartung des kommunistischen Reichs, wissen, daß die eigene Person mitgezählt und mit nötig ist, das muß ein gewaltiges Kraftgefühl geben. Jeder Sozialist hat es ja in gewissem Grade, aber die Mehrheitssozialisten mit dem Gedanken der schrittweisen Wandlung der Verhältnisse in den Sozialismus haben etwas Abgeblaßtes gegen die Unabhängigen und vor allem die Kommunisten, die entschlossen sind mit allen Mitteln zu arbeiten und die den gewaltsamen Umschwung aus dem Kapitalismus in den Kommunismus zu jeder Zeit erwarten.
Der Vorwärts sagt:
„Dies is der Tag vom Volk gemacht
Sein wird in aller Welt gedacht.“

Eine grausige Farce aber sah ich: Zwei Invaliden—Kriegsinvaliden?—zogen mit einer Drehorgel, die sie immer vor sich herschoben. Der eine, ein schauderhaft häßlicher und elender Mensch, spielte darauf immer die „Internationale,“ der andere, noch jünger, auch ganz elend aussehend, im feldgrauen Rock mit Zylinder auf, ging als eine Art Clown daneben und sammelte ein. Beide hatten sich mit roten Blumen hinter den Ohren und [an den] Hüten und an den Stöcken geschmückt. Kinder mit Hallo um sie rum.
Sie veralberten sich und wirkten bei ihrer Elendigkeit ganz grausig.

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Anmerkungen

[1] Kollwitz’ Sohn, Hg..
[2] Kollwitz’ Ehemann, Hg..
[3] Kollwitz’ Mutter lebte seit 1919 bei ihr und war an Demenz erkrankt, Hg.
[4] Truppen, die den Putsch unterstützten, Hg.
[5] Simon Katzenstein, sozialdemokratischer Schriftsteller und Aktivist, Hg.
[6] Kurt Hiller, Sozialist und Pazifist; Max Deri, Kunstkritiker und Pazifist, Hg.
[7] Eine radikale, antiparlamentarische Abspaltung der KPD, Hg.

Quelle: Käthe Kollwitz, Die Tagebücher, hg. Jutta Bohnke-Kollwitz. Ost-Berlin: Wolf Jobst Siedler Verlag, 1989, S. 457–65, 469-70.