Kurzbeschreibung
Nach Unterzeichnung des Waffenstillstands mussten die besetzten
Gebiete in Frankreich, Belgien, Luxemburg sowie das abgetretene Gebiet
Elsass-Lothringen binnen 15 Tagen von den deutschen Truppen geräumt
werden. Dementsprechend zogen in den folgenden Tagen und Wochen
Hunderttausende demobilisierte Soldaten in Richtung Heimat, insgesamt
mussten am Ende des Krieges ca. acht Millionen deutsche Soldaten
demobilisiert werden. Zivil- und Militärbehörden wie auch die
Arbeiterräte bemühten sich um einen würdigen Empfang für die
heimkehrenden Soldaten, zahlreiche Straßen und Gebäude wurden für ihre
Ankunft mit Flaggen geschmückt. In seiner Rede am 10. Dezember 1918
begrüßte Reichspräsident Ebert die Kriegsheimkehrer als Helden. Trotz
dieses Empfangs sowie öffentlicher Dankbarkeitsbezeugungen für die
gebrachten Opfer verbreitete sich insbesondere unter ehemaligen
Offizieren die Ansicht, die heimkehrenden Soldaten seien in der Heimat
auf Feindseligkeit und Undankbarkeit gestoßen. Viele von ihnen empfanden
die Rückkehr nach der Niederlage als demütigend und kehrten zudem in ein
Land zurück, in dem nun durch die Revolution nicht nur die militärische
Autorität in Frage gestellt wurde. Im rechtskonservativen Lager wurde
die Kritik an der undankbaren Heimatfront bald zum Nährboden für
politische Schuldzuweisungen und Erklärungen der deutschen Niederlage
wie z.B. der Dolchstoßlegende.