Kurzbeschreibung
Diese Fotopostkarte trägt die Aufschrift „Die Übergabe der
Garde-Ulanen Kaserne an die Mitglieder des Arbeiter- und Soldatenrates.“
Das Bild zeigt bewaffnete Soldaten und Zivilisten vor dem Eingang der
Kaserne in Potsdam, die kampflos an die Revolutionäre übergeben wurde.
Die Revolution, die mit dem Matrosenaufstand als ein militärischer
Aufstand begonnen hatte, schlug bald auch auf die kriegsmüde
Arbeiterschaft in Berlin und anderen deutschen Städten über.
Dementsprechend waren es „Arbeiter- und Soldatenräte“, welche im Zuge
der Revolution Regierungsgebäude besetzten, öffentliche Aufgaben
übernahmen und die Abdankung des Kaisers sowie die Errichtung einer
Demokratie forderten. Während der Massenproteste in Berlin am 9.
November bekundeten die Revolutionäre ihren Willen zur Gewaltfreiheit
mit Parolen wie „Brüder! Nicht schiessen!“ Auch die SPD-Führung unter
Friedrich Ebert war angesichts der verschiedenen politischen Richtungen
innerhalb der revolutionären Bewegung bemüht, blutige
Auseinandersetzungen und Straßenkämpfe zu verhindern, da sie fürchtete,
die Revolution könne zum Bürgerkrieg eskalieren. Vor allem ein
„Bruderkampf“ zwischen Demokraten und Sozialisten sollte vermieden
werden. Dieser zeichnete sich jedoch bereits mit der Ausrufung einer
zweiten, sozialistischen Republik durch Karl Liebknecht am 9. November
ab.