Quelle
Quelle: Die Geburt des Reichsrundfunks in Berlin im Jahre 1923, Produzent: Oskar Mamis, 1923. Bundesarchiv Filmarchiv Filmwerk ID: 22636. https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/22636/666123
Dieser kurze Film verdient aus zwei Gründen die Aufmerksamkeit der Geschichtsschreibung: Er erzählt nicht nur die Geschichte der Anfänge des deutschen Rundfunks in der Weimarer Republik, sondern repräsentiert auch ein frühes Beispiel für einen Film, der speziell für das ,,Heimkino" produziert wurde. Handbetriebene 16-mm-Projektoren wurden in den 1920er Jahren bei technisch begeisterten Verbrauchern immer beliebter, da sie dank technischer Fortschritte erschwinglich und einfach zu bedienen waren. Dieser Film aus den späten 1920er Jahren dürfte daher sowohl Filmbegeisterte als auch Radioenthusiasten angesprochen haben. Die Eröffnungsszenen verorten die Ursprünge des Radios am berühmten Potsdamer Platz in Berlin im Jahr 1923, obwohl die Aufnahmen selbst aus einem späteren Jahr stammen. Die Kamera führt die Zuschauer anschließend in die Sendestudios des Vox-Hauses, wo ein Orchester, Opernsänger und Schauspieler gemeinsam Live-Sendungen produzierten, darunter Alfred Braun, eine bekannte Radio-Persönlichkeit, der im November 1924 Programmdirektor wurde. Spätere Szenen zeigen, wie die Zuhörer verschiedene Radioprogramme zu Hause genossen, insbesondere zum Tanzen und als Hintergrundbegleitung für abendliche Gespräche. Am Ende des Films sind einige raffinierte Filmschnitttechniken zu sehen, bei denen beispielsweise tanzende Beine über eine sich drehende Schallplatte und ein Live-Orchester über einen hornförmigen Lautsprecher eines Radios gelegt wurden. Diese Effekte ahmten viele der damaligen Kinoeffekte nach und sollten das Kinoerlebnis zu Hause so beeindruckend wie möglich gestalten.
Quelle: Die Geburt des Reichsrundfunks in Berlin im Jahre 1923, Produzent: Oskar Mamis, 1923. Bundesarchiv Filmarchiv Filmwerk ID: 22636. https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/22636/666123
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