Kurzbeschreibung

Diese zwölfminütige Klangcollage, erstmals im Juni 1930 ausgestrahlt, wurde von dem Künstler und Regisseur Walter Ruttmann zusammengestellt. Sie dokumentiert akustisch den Beginn, Verlauf und das Ende eines Wochenendes in der Großstadt. Das Stück beginnt mit Aufnahmen aus verschiedenen Arbeitsstätten, in denen man Sägen und Nageln, das Klingeln einer Glocke am Eingang eines Geschäfts und einen frustrierten Anrufer im Gespräch mit der Telefonvermittlung. Nach etwa zweieinhalb Minuten ändert sich der Ton zu vergnügten und friedlichen Geräuschen – wodurch die Klanglandschaft eines Berliner Wochenendes entsteht –, bevor das Stück mit dem Klang von Weckern, Gähnen und wieder anspringenden Motoren und Schreibmaschinen endet, die den Beginn einer neuen Arbeitswoche markieren. Ruttmann (1887–1941) stellte diese avantgardistische Klangcollage aus Aufnahmen zusammen, die er zuvor während der Produktion seines berühmten Stummfilms Berlin: Symphonie einer Großstadt aus dem Jahr 1927 gemacht hatte, der selbst eine visuelle Collage in Spielfilmlänge über einen Tag im Leben der deutschen Hauptstadt darstellt. Der Berliner Rundfunk beauftragte Ruttmann kurz nach der Veröffentlichung des Films mit der Produktion von „Wochenende“, und das resultierende Hörspiel von 1930 war eines der ersten Experimente im Bereich des akustischen Geschichtenerzählens – ohne Schauspieler, die Texte aus einem Drehbuch vorlesen –, das im Radio ausgestrahlt wurde. Die schnelle Aneinanderreihung mehrerer Geräusche von verschiedenen Orten, die zur gleichen Zeit stattfanden, vermittelte dem Zuhörer das aufregende und verwirrende Gefühl, Ohren in der ganzen Stadt zu haben. Was das Tondokument selbst betrifft, so befürchteten Radiohistoriker lange Zeit, dass alle Aufnahmen dieser bahnbrechenden Radiosendung während des Zweiten Weltkriegs zerstört worden seien, bevor 1978 in New York zufällig eine erhaltene Kopie gefunden wurde.