Kurzbeschreibung

Dieser Ausschnitt aus einer Wochenschau von 1932 präsentiert Teile einer Kollektion von Damenbekleidung für den Tag, Sport und Abend. Die Reporterin hebt wichtige Modetrends der frühen 1930er Jahre sowie die neuen synthetischen Materialien hervor, aus denen sie hergestellt wurden. Da die Hersteller von Konfektionskleidung diese Stoffe nutzten, um stilvolle Kleidung zu erschwinglichen Preisen herzustellen, hatte dies insgesamt einen demokratisierenden Effekt auf die Mode für Männer und Frauen, da auch diejenigen mit bescheidenem Einkommen nun gut gekleidet auftreten konnten. Eine besonders florierende Konfektionsindustrie entstand in Berlin, wo zahlreiche Vertragsnäherinnen, von denen viele von zu Hause aus arbeiteten, die neuesten Moden für den Massenmarkt herstellten. Die Damenmode spiegelte zudem die sich wandelnde Rolle der Frauen in der Arbeitswelt der damaligen Zeit wider, da die Anforderungen am Arbeitsplatz Einfachheit, Funktionalität und körperliche Mobilität erforderten.

Wochenschaubericht über neue Kunstfasern in der Damenmode (1932)

Quelle

Moderatorin: Einfachheit ist der Stil der heutigen Mode, die sich aufbaut auf dem Material. Ein ganz besonders interessantes Material ist Vistra, aus dem dieses Kleid gearbeitet ist. Die Vistra-Faser vereinigt die charakteristischen Forderungen der Mode in sich. Sie ist schmiegsam, von dezentem Glanz und wollartigem Charakter.
Die Mode der Kostüme, der Sportensembles, der mantelähnlichen Trotteurs verwirklicht sich am geschmackvollsten in Vistra. Cedelin, ein strapazierfähiges Baumwollgewebe, ist besonders reizvoll in der Musterung. Es belebt den Arbeitstag der Frau. Übrigens kennen Sie Bobby? Nicht ein Junge heißt so, sondern ein Stoff, das neue Material für den kommenden Strandanzug, für das Sportkleid heißt Bobby.
Trotz einer betonten Unimode werden Stoffe mit Blumen und Ornamenten nach wie vor der freudige Ausdruck sommerlicher und festlicher Stunden sein. Crepe Oriental, einfarbig und gemustert, wird beiden Wünschen gerecht. Flamenga und Dorona, Mischgewebe aus Kunstseide und Wolle und Kunstseide und Baumwolle sind typische Modestoffe für das Tageskleid der Dame. Es wird gern durch einen originellen Schal belebt. Fleurette und Travisette verkörpern wirksam die schwebende Tendenz der Sommer- und Abendkleider. Mode ist ein Spezialgebiet der Frau. Was aber den Mann in gleicher Weise interessieren dürfte, ist die Tatsache, dass diese deutschen Erzeugnisse von dem Modezentrum der Welt aufgegriffen und als Neuheit erstmalig in die Pariser Kollektionen eingereiht wurden.

Quelle: Deuligton-Woche Nr. 9 (Ausschnitt), März 1932. Bundesarchiv Filmarchiv Filmwerk ID: 626497 https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/626497/665631

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