Kurzbeschreibung

Die Vereinigung Deutschlands erfolgte in mehreren Etappen. Der Preußisch-Österreichische Krieg von 1866, den man zurecht als deutschen Bürgerkrieg bezeichnen mag, regelte die Deutsche Frage durch Ausschluss des Habsburger Reiches von dem zukünftigen Nationalstaat. Die siegreichen Preußen annektierten umgehend das Königreich Hannover und jene Hoheitsgebiete im Norden, die seit 1815 die westlichen von den östlichen Gebieten Preußens geteilt hatten. Darauf erzwang Preußen vom Königreich Sachsen und weiteren Staaten nördlich des Maines den Beitritt zum Norddeutschen Bund im Jahre 1867. In den folgenden drei Jahren besserte sich die Aussicht auf eine nationale Einheit nicht merklich, denn Bayern, Württemberg und Baden erwehrten sich der preußischen Vorherrschaft. Doch mit Ausbruch des Krieges gegen Frankreich im Juli 1870 schloss sich auch die Bevölkerung dieser Staaten der nationalen Sache an. Ihre Herrscher erklärten sich schließlich einverstanden, dem neuen Deutschen Reich beizutreten, als dieses am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles ausgerufen wurde. Die französischen Territorien Elsass und Lothringen wurden zur Kriegsbeute der Deutschen, worauf in Frankreich der Ruf nach Revanche laut wurde.

Gründung des Deutschen Reichs (1866–1871)

Quelle

Gründung des Deutschen Reichs (1866–1871), veröffentlicht in: German History in Documents and Images, <https://germanhistorydocs.org/de/vom-vormaerz-bis-zur-preussischen-vorherrschaft-1815-1866/ghdi:map-374> [02.02.2023].