Kurzbeschreibung

Der Buchdruck war ein wesentliches Instrument sowohl der katholischen als auch der protestantischen Reformation. Er prägte das religiöse Studium der Reformationszeit durch die Veröffentlichung von Bibeln und Bibelkommentaren, Anmerkungen und Übersetzungen in Latein, Griechisch, europäischen Volkssprachen und manchmal sogar Hebräisch und trug zur Verbreitung der theologischen Ansichten der Reformatoren bei. Im Verlauf der Reformation entwickelte sich die polemische Literatur sowohl der Katholiken als auch der Protestanten zu einer mächtigen Waffe zur Verteidigung oder Förderung religiöser Positionen. Der protestantische Buchdruck überholte den katholischen, insbesondere in den leichter zugänglichen Volkssprachen, und obwohl nur ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung vollständig alphabetisiert war, wurden gedruckte Texte und Bilder sowohl formell als auch informell verbreitet. Insbesondere Flugblätter (einzelne gedruckte Blätter) wurden oft in der Öffentlichkeit verteilt, um das geschriebene Wort auch denen zugänglich zu machen, die es nicht lesen konnten.
Diese beiden Karten zeigen die Zentren des protestantischen und katholischen Buchdrucks und verdeutlichen den Unterschied in der Anzahl der Veröffentlichungen zwischen den beiden Konfessionen.

Zentren des katholischen und protestantischen Buchdrucks (16. Jhdt.)

Quelle

Quelle: Kartografie (WCAG-konform) von Gabriel Moss, 2025, in Zusammenarbeit mit Greta Kroeker. Die Zahlen basieren auf: Mark Edwards Jr. Printing, Propaganda and Martin Luther. University of California Press, 1994, Kap. 1, Tabelle 7.