Kurzbeschreibung
Die deutsche Kriegsmaschinerie hätte ohne die Arbeitskraft von Millionen zwangsverpflichteter Männer und Frauen aus dem Ausland, darunter auch viele Minderjährige, nicht aufrechterhalten werden können. Zu den Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern gehörten sowohl Zivilisten, die im SS-Lagersystem inhaftiert waren, als auch Menschen, die zwangsversetzt wurden und in deutschen Betrieben und Familien arbeiten mussten, ohne in einem Gefangenenlager interniert zu sein. Die Männer und Frauen der ersten Kategorie erhielten keine Entschädigung für ihre Arbeit und starben häufig an den Folgen von Schwerstarbeit und mangelhafter Versorgung. Die letztgenannte Gruppe erhielt einen Mindestlohn und arbeitete unter diskriminierenden und oft gefährlichen Bedingungen. Die Mehrheit stammte aus Osteuropa, doch wurden, wie diese Karte zeigt, auch viele Menschen aus westeuropäischen Ländern zur Arbeit in der NS-Kriegswirtschaft gezwungen. Zu Beginn des Krieges war die Mehrheit in der Landwirtschaft eingesetzt, doch mit der Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt auf die kriegsbedingte Produktion. Auch im Bergbau wurden zahlreiche Zwangsarbeiter ausgebeutet und viele Kriegsgefangene wurden ebenfalls zur Arbeit gezwungen. Die Karte gibt nur die Zahlen wieder, die nach dem Stand der Forschung und Dokumentation zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Bandes verifiziert werden konnten. So gab es beispielsweise Tausende von Zwangsarbeitern aus Spanien (auf dieser Karte nicht verzeichnet), die im besetzten Frankreich für die Deutschen arbeiten mussten. Die historische Erforschung des Schicksals der Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen, auch aus Spanien, dauert an.