Kurzbeschreibung

Im November 1923 unternahm die NSDAP unter Hitlers Führung einen erfolglosen Putschversuch in München. Im anschließenden Gerichtsprozess konnte sich Hitler erfolgreich als „Führer“ der nationalistischen und „völkischen“ Bewegung profilieren. Während seiner achtmonatigen Haft verfasste er unter dem Titel „Mein Kampf“ seine politische Programmschrift, die Ideologie und Propaganda mit stark stilisierten autobiographischen Elementen verbindet. In diesem kurzen Auszug schildert Hitler, wie er die allgemeine Euphorie in Deutschland bei Ausbruch des 1. Weltkrieges erlebte. Wie zahlreiche andere rechtsextremistische und rechtskonservative Wortführer seiner Zeit betont Hitler, die deutsche Bevölkerung habe den Krieg gewollt, den er als „Freiheitskampf“ verherrlicht. Hitler, der 1913 aus Österreich nach München gezogen war, um dem Wehrdienst in Österreich zu entgehen, meldete sich als Freiwilliger zum deutschen Heer und wurde als Meldegänger an der Westfront eingesetzt.

Adolf Hitler zum Kriegsausbruch 1914 (Rückblick, 1925)

  • Adolf Hitler

Quelle

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Der Kampf des Jahres 1914 wurde den Massen, wahrhaftiger Gott, nicht aufgezwungen, sondern von dem gesamten Volke selbst begehrt. Man wollte einer allgemeinen Unsicherheit endlich ein Ende bereiten. Nur so kann man auch verstehen, daß zu diesem schwersten Ringen sich über zwei Millionen deutscher Männer und Knaben freiwillig zur Fahne stellten, bereit, sie zu schirmen mit dem letzten Tropfen Blutes.

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Mir selber kamen die damaligen Stunden wie eine Erlösung aus den ärgerlichen Empfindungen der Jugend vor. Ich schäme mich auch heute nicht, es zu sagen, daß ich, überwältigt von stürmischer Begeisterung, in die Knie gesunken war und dem Himmel aus übervollem Herzen dankte, daß er mir das Glück geschenkt, in dieser Zeit leben zu dürfen. Ein Freiheitskampf war angebrochen, wie die Erde noch keinen gewaltigeren bisher gesehen; denn sowie das Verhängnis seinen Lauf auch nur begonnen hatte, dämmerte auch schon den breitesten Massen die Überzeugung auf, daß es sich dieses Mal nicht um Serbiens oder auch Österreichs Schicksal handelte, sondern um Sein oder Nichtsein der deutschen Nation.

Quelle: Adolf Hitler, Mein Kampf (1925). Zwei Bände in einem Band. Ungekürzte Ausgabe, Zentralverlag der NSDAP., Frz. Eher Nachf., G.m.b.H., München, 1943, S. 176–77.