Kurzbeschreibung

Dieses Filmmaterial, das einige der bekanntesten Straßen und Denkmäler Berlins zeigt, stammt aus einem Propagandafilm der NSDAP aus dem Jahr 1929 mit dem Titel Kampf um Berlin, der den sittlichen und kulturellen Niedergang der Stadt nach zehn Jahren als Hauptstadt der Weimarer Republik hervorheben sollte. Ohne die schrillen Zwischentitel betrachtet, bieten die Aufnahmen eine visuelle Dokumentation der städtischen Atmosphäre Berlins in den späten 1920er Jahren, darunter Aufnahmen des Tauentzien-Palast-Kinos, der Komischen Oper, des neu errichteten Funkturms, der Siegessäule und des Reichstags sowie Szenen von Straßenmusikern, Arbeitervierteln, Straßenverkäufern und Imbisswagen. Die Deutschen betrachteten Berlin als die freizügigste und fortschrittlichste Stadt Deutschlands – was ihr den Spitznamen „Rotes Berlin“ einbrachte – und dieser Ruf verstärkte sich während der Weimarer Republik noch mehr. Mit diesen Aufnhamen und in einem Großteil ihrer Propaganda versuchten die Nationalsozialisten unterdessen, die Hauptstadt des Landes aus genau denselben Gründen als die am wenigsten deutsche Stadt darzustellen.

Berliner Straßenszenen (1929)

Quelle

Quelle: Kampf um Berlin (Ausschnitt), Produktion: NSDAP Reichsleitung München, 1929. Bundesarchiv Filmarchiv, Filmwerk ID: 46492. https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/46492/673750

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