Kurzbeschreibung

Diese Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm von 1927 über die Arbeiterwohlfahrt (AWO) machen darauf aufmerksam, wie diese Organisation zahlreiche wichtige Dienste für Menschen in Not leistete. (Ein weiterer Ausschnitt aus diesem Film, der sich auf einen von der AWO betriebenen Kindergarten konzentriert, ist in einem anderen Kapitel dieses GHDI-Bandes zu finden.) Der Film enthält beispielsweise Aufnahmen eines Kinderheims in Görisch, einem idyllischen Ort in der Mittelgebirgsregion südöstlich von Dresden, die als „Sächsische Schweiz“ bekannt ist, sowie Aufnahmen eines Rehabilitationszentrums für Alkoholiker in Naumburg an der Saale. Eine weitere Einstellung zeigt ein Kind in einem Jugendzentrum in Köln-Deutz vor einem Plakat, auf dem ein wichtiger Passus aus dem Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (RJWG) von 1922 abgedruckt ist, der ohne Weiteres als eines der Mottos der AWO dienen könnte: „Jedes deutsche Kind hat ein Recht auf Erziehung zur leiblichen, seelischen und gesellschaftlichen Tüchtigkeit.” Obwohl sich die meisten Dienste der AWO mit den täglichen Bedürfnissen von Kindern und Erwachsenen in städtischen Gebieten befassten, betont dieser Film das umfangreiche Netzwerk des Vereins an ländlichen Erholungs- und Ferienzentren für Waisen, Mütter, Menschen mit Behinderungen, Obdachlose und Familien in Not. Diese Einrichtungen boten Entspannung und Erholung sowie Bildung und die Deckung der Grundbedürfnisse.

Die AWO entstand im Dezember 1919 aus einer Initiative der SPD-Politikerin und Sozialreformerin Marie Juchacz, um die Sozialleistungen der Sozialdemokratischen Partei dem Bedarf entsprechend zu erhöhen. Der gerade beendete Krieg und die Seeblockade hatten die Zahl der in Not geratenen Deutschen dramatisch erhöht, darunter Witwen und Waisen, Asylsuchende und verwundete Kriegsveteranen. Zu einer Zeit, als die Kirchen noch die einzigen Einrichtungen, waren, die soziale Fürsorge und Unterstützung leisteten, zeugte Juchacz' Initiative von einer bemerkenswerten Weitsicht. Dank ihrer unermüdlichen Bemühungen wuchs die AWO im Laufe des folgenden Jahrzehnts rasant und umfasste bald auch Seniorenheime, Beratungsstellen, kostenlose Konzerte und Kinderbetreuung.

Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (1927)

Quelle

Quelle: Die Arbeiterwohlfahrt (Ausschnitte), Produktion: Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt, 1927. Bundesarchiv Filmarchiv Filmwerk ID: 648299. https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/648299/551582

BArch

Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (1927), veröffentlicht in: German History in Documents and Images, <https://germanhistorydocs.org/de/die-weimarer-republik-1918-1933/ghdi:video-5246> [16.03.2026].