Quelle
Quelle: Programm der Eröffnungsfeier der ersten Waldorf-Schule in Stuttgart, 1919. Archiv der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe. In: Dietrich Esterl, Emil Molt, 1876-1936. Tun, was gefordert ist. Stuttgart: Mayer Verlag, 2012, S. 102-103.
Rudolf Steiner (1861-1925), ein Reformer des Lebensstils und Pionier des New Age, rief 1919 ein experimentelles Bildungssystem ins Leben, nachdem Emil Molt, der Leiter der Waldorf-Astoria-Zigarettenfirma in Stuttgart, ihn gebeten hatte, eine Schule für die Kinder seiner Beschäftigten zu gründen. Sein System verbreitete sich im Laufe des folgenden Jahrhunderts und umfasst heute Tausende von Schulen und Kindergärten weltweit, eine der einflussreichsten unabhängigen Schulbewegungen der Welt. Steiner konzipierte seine Waldorfschule als Korrektiv zur disziplinären Tradition in der deutschen Pädagogik, und die Schüler/innen verbrachten viel Zeit mit kreativen Aktivitäten und improvisiertem Spiel, ein Ansatz, der sowohl aus der eiligen Eröffnung der Schule als auch aus Steiners pädagogischer Philosophie hervorging. Er ermutigte die Kinder, zuerst ihre Hände, dann ihr Herz und schließlich ihr Gehirn zu bemühen, mit dem Ziel, sie in die „ätherische Welt“ ihrer Vorgeburt zu führen. Waldorfschüler/innen tauchen beispielsweise schon in jungen Jahren in eine Form der Ausdrucksbewegung ein, die als „Eurythmie“ bekannt ist, lernen aber möglicherweise erst in der zweiten oder dritten Klasse lesen. Hier abgebildet ist das zweiseitige Programm für die Eröffnungsfeier der ersten Waldorfschule in Stuttgart. Neben Gedichtrezitationen und Reden gab es auch eine eurythmische Darbietung.
Quelle: Programm der Eröffnungsfeier der ersten Waldorf-Schule in Stuttgart, 1919. Archiv der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe. In: Dietrich Esterl, Emil Molt, 1876-1936. Tun, was gefordert ist. Stuttgart: Mayer Verlag, 2012, S. 102-103.