Quelle
Quelle: Emelka-Deulig-Wochenschau (Auszüge), 1925. Bundesarchiv Filmarchiv Filmwerk ID: 648948, https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/648948/630629
Diese Ausschnitte aus einer Emelka-Wochenschau von 1925 zeigen Szenen aus zwei damals sehr unterschiedlichen Teilen Afrikas und bieten den deutschen Kinobesuchern eine exotische Reise von ihren Kinositzen aus. Die ersten Bilder zeigen eine Flusslandschaft, in der zwei vermutlich europäische Großwildjäger mit erheblicher Unterstützung von zwei Dutzend afrikanischen Männern ein Nilpferd erlegen, das letztere zuvor aufgespürt haben. Anschließend ziehen sie den Kadaver aus dem Wasser und zerlegen ihn. Der Drehort bleibt ungenannt, vielleicht weil die Produktionsfirma Emelka ihn nicht kannte oder nicht für wichtig hielt. Infolgedessen wirken die Bilder wie ein generisches „Afrika“, ein filmisches Echo der Völkerschauen – Ausstellungen von ethnischen Gruppen aus den kolonialisierten Teilen Afrikas und des Pazifiks, die seit den 1870er Jahren in ganz Europa und Nordamerika stattfanden. Die zweite Bilderserie hingegen zeigt Aufnahmen von modernen, hohen Gebäuden und belebten Straßen in Johannesburg, Südafrika, die für die Zuschauer wahrscheinlich kaum von denen einer deutschen Großstadt zu unterscheiden waren. Durch den Kontrast zwischen dem „modernen Gesicht Afrikas“ und seinem traditionellen, „wilden“ Bild preist der Bericht implizit die Fortschritte, welche die europäischen Kolonialisten vermeintlich in Teilen des „dunklen Kontinents“ errungen hatten.
Quelle: Emelka-Deulig-Wochenschau (Auszüge), 1925. Bundesarchiv Filmarchiv Filmwerk ID: 648948, https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/648948/630629
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