Kurzbeschreibung

Mit der Weltwirtschaftskrise nahm die soziale Notlage stetig zu. Massenarbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Hunger verursachten vor allem in den Städten ein Bild sozialen Elends. Im Jahr 1932 beschlossen die Mieter mehrerer Wohngebäude in Berlin, die sich erfolglos über den baufälligen, gesundheitsgefährdenden Zustand ihrer Wohnungen bei unverhältnismäßig hohen Mieten beschwert hatten, in den Streik zu treten und erst dann wieder Miete zu zahlen, wenn die Wohnungen entsprechend saniert würden. Dieses Bild zeigt den Hinterhof eines Mietshauses während des Mieterstreiks. An der Wand im Bildhintergrund ist die Parole „Erst Essen – dann Miete“ zu lesen, die den Überlebenskampf der verarmten Schichten verdeutlicht. An den Wohnungsfenstern sind sowohl kommunistische Flaggen als auch die nationalsozialistische Hakenkreuzflagge zu sehen. Die KPD unterstützte die Mieter von Beginn an in ihren Forderungen, doch letztlich konnte vor allem die NSDAP aus der wirtschaftlichen Notlage Kapital schlagen. Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurde der Mieterstreik beendet und die meisten Kommunisten verhaftet und verschleppt.

Mieterstreik Berlin (1932)

  • Unbekannt

Quelle

Quelle: Die Mieter des Hauses Köpenickerstr. 34/35 sind aus Protest gegen die zu hohen Mieten und den verwahrlosten Zustand des Hauses in den Streik getreten. Sie führen ihn unter der Parole "Erst das Essen, dann die Miete". Die Streikparole ist auf die Hauswand gemalt. Die Mieter haben zum Teil kommunistische und zum Teil Hakenkreuzfahnen ausgehängt. September 23, 1932. BA, Sammlung von Repro-Negativen, Bild Bild 146-1970-050-13, online verfügbar auf Wikimedia Commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_146-1970-050-13,_Berlin,_Mieterstreik.jpg

Bundesarchiv

Mieterstreik Berlin (1932), veröffentlicht in: German History in Documents and Images, <https://germanhistorydocs.org/de/die-weimarer-republik-1918-1933/ghdi:image-4069> [16.03.2026].