Kurzbeschreibung
Die deutsche Politik war nicht in der Lage, die öffentlichen
Forderungen nach der Räumung des Rheinlandes mit dem französischen und
britischen Bestehen auf der Begleichung der Reparationen als Bedingung
hierfür in Einklang zu bringen. Diese Situation führte zu einer weit
verbreiteten Enttäuschung mit Stresemanns Locarno-Politik. Als
Konsequenz dessen litten auch die Beziehungen zwischen den
Unterzeichnern der Locarno-Verträge Stresemann (Bildmitte), Briand
(links) und Chamberlain (rechts). Aus Rücksicht auf Stresemanns
schlechten Gesundheitszustand wählten die drei Außenminister Lugano in
der Schweiz als Verhandlungsort für weitere Gespräche über die Räumung
des Rheinlandes und die Begleichung der deutschen Reparationszahlungen.
Stresemann, der sich wachsender Kritik im eigenen Land gegenüber sah,
versuchte, die innenpolitische Opposition gegen seine Politik zu seinem
Vorteil zu nutzen. In Lugano behauptete er Briand und Chamberlain
gegenüber, die Fortführung seiner Politik (sowie die der Regierung
Müller, der er diente) hänge von sofortigen Zugeständnissen und Zusagen
der Alliierten ab. Letztlich erhielt er keine der Zugeständnisse oder
Zusagen, die er gefordert hatte. Dieses Foto zeigt Stresemann bei der
Betrachtung einiger Fotos von Erich Salomon (1886-1944), einem
wegweisenden Fotojournalisten, dem die Erfindung der Fotoreportage
zugeschrieben wird. Briand bezeichnete Salomon als „König der
Indiskretion“ [Le roi de
indescrets].