Kurzbeschreibung
Max Beckmanns traumatische Erfahrungen während seines Kriegsdienstes
als Sanitäter im Ersten Weltkrieg führten zu einer tiefgreifenden
Änderung seiner Kunst. Die „Berliner Reise“ war eine von mehreren
Druckserien, die in den Nachkriegsjahren entstanden und eine ermüdete,
enttäuschte und desillusionierte Gesellschaft portraitierten. Viele der
Figuren, die in der „Berliner Reise“ auftauchen, waren bekannte Künstler
und Intellektuelle, die während und nach dem Krieg einen tiefgehenden
ideologischen Sinneswandel durchgemacht hatten. Beckmann, der politisch
keine Partei oder Gruppierung unterstützte (und den Begriff
„expressionistisch“ ablehnte), schuf den Großteil seines
druckgraphischen Werkes in den Jahren 1918-1923, einer Zeit während der
die deutsche Druckgraphik blühte. In einem Artikel für das Magazin
Die Rheinlande von 1921 schrieb
Siegfried Kracauer: „Es gibt heute sicherlich keinen Maler in
Deutschland, der unsere aus den Fugen gegangene Zeit so tief erlebt und
sein Erlebnis mit so unvergleichlichem Können aus sich herausgestellt
hat wie Max Beckmann.“