Kurzbeschreibung
Der österreichische Schriftsteller Rainer Maria Rilke
(1875-1926) gilt weithin als einer der bedeutendsten deutschsprachigen
Dichter. Die Themen der Vergänglichkeit und des Wandels, welche er in seiner
Lyrik behandelte, spiegeln sein eigenes unstetes Leben wieder, das die
Jahrzehnte der Aufruhr und des Wandels von der Belle
Epoche über den Ersten Weltkrieg bis zur Weimarer Republik
umfasste. 1901 heiratete er die Bildhauerin Clara Westhoff, die er jedoch
kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter verließ. Rilke hatte Zeit
seines Lebens finanzielle Schwierigkeiten und kultivierte ein Netz von
Kontakten und Freundschaften zu adligen Förderern wie der Fürstin Marie von
Thurn und Taxis-Hohenlohe und Harry Graf Kessler sowie zu namhaften
Intellektuellen wie Hugo von Hofmannsthal, Paul Valéry, Stefan Zweig und
André Gide. Den Großteil der Kriegsjahre verbrachte er in München, das er
1919 nach der Niederschlagung der Bayerischen Räterepublik, welche er
unterstützt hatte, verließ. Dieses Foto zeigt ihn mit seiner Geliebten, der
Malerin Elisabeth Dorothée (Baladine) Klosswska, die er kurz nach seiner
Abreise aus München kennenlernte und die eine wichtige Figur in seinem Leben
bleiben sollte. Auch ihrem Sohn Balthasar, der später als der Maler Balthus
(1908-2001) bekannt wurde, stand er nahe und unterstützte ihn. Das Foto
entstand in der Schweiz, wo der an Leukämie erkrankte Rilke in seinen
letzten Lebensjahren wohnte.