Kurzbeschreibung

Josef Terboven (1898-1945) hatte nach Abbruch seines Jurastudiums eine Banklehre absolviert, nach deren Abschluss er seit 1925 arbeitslos war. Bereits 1923 war er der NSDAP beigetreten und hatte sich im November des Jahres am Hitler-Ludendorff Putsch beteiligt. Er würde Führer der SA in Essen und gründete dort 1925 eine Ortsgruppe der NSDAP. Ab 1928 fungierte er als Gauleiter von Essen. Zum Gau Essen gehörten neben der Stadt selbst das westliche Ruhrgebiet einschließlich der Städte Duisburg, Oberhausen und Mühlheim sowie einige ländliche Kreise am Niederrhein. Die NSDAP konnte hier bis zur Machtübernahme Hitlers allerdings keine nennenswerten Wahlerfolge erzielen, da das industrielle Ruhrgebiet stark von der Arbeiterbewegung geprägt war und die ländlichen, katholischen Wahlkreise am Niederrhein überwiegend die katholische Zentrumspartei wählten. Terboven selbst gelang es 1930 jedoch, für die NSDAP in den Reichstag gewählt zu werden. Nach der Machtübernahme setzte er seine Karriere innerhalb des NS-Regimes fort und wurde während des 2. Weltkriegs Reichskommissar im besetzten Norwegen, wo er ein rücksichtloses System der wirtschaftlichen Ausbeutung und politischen Unterdrückung etablierte.

Diese Aufnahme vom Juli 1926 zeigt Terboven (vorne, in Zivil) mit Mitgliedern der Essener SA auf der Fahrt zum NSDAP-Reichsparteitag in Weimar. Der 2. Parteitag der Nationalsozialisten, die erste große Versammlung der NSDAP seit Hitlers vorzeitiger Haftentlassung im Dezember 1924 und der Neugründung der Partei im Februar 1925, fand vom 3. bis 4. Juli 1926 in Weimar (Thüringen) statt in München statt, da Hitler zu diesem Zeitpunkt in Bayern noch öffentliches Redeverbot hatte.