Kurzbeschreibung
Während die Hyperinflation und die Besetzung des Ruhrgebiets im Jahr 1923 Deutschland in eine wirtschaftliche und politische Krise stürzten, die außer Kontrolle zu geraten drohte, forderten sowohl die politische Linke als auch die Rechte die Absetzung der Weimarer Regierung. Bayern hatte sich in den ersten Jahren der Republik zu einer Hochburg antidemokratischer Gesinnung entwickelt, da dort nicht nur die zentralistische Struktur der Republik auf Widerstand stieß, sondern auch die linke Regierung in der Hauptstadt Berlin, die als „Sündenbabel“ verschrien war. In München versuchte Adolf Hitler, inzwischen Parteivorsitzender der NSDAP, am 8. und 9. November 1923 einen bewaffneten Staatsstreich, um die Regierung in Berlin abzusetzen und sich selbst zum Diktator zu ernennen. Zur militärischen Unterstützung gewann er General Erich Ludendorff. Der Putschversuch scheiterte jedoch schnell, und Hitler und seine Anhänger wurden von der bayerischen Landespolizei aufgehalten. Bei den bewaffneten Zusammenstößen starben 20 Menschen. Die NSDAP wurde nach dem Putschversuch in ganz Deutschland verboten. Dieses Foto vom 9. November 1923 zeigt, wie Putschisten Mitglieder des Münchner Stadtrats verhaften, nachdem sie die Stadtregierung für abgesetzt erklärt hatten. Die schwer bewaffneten Putschisten tragen Reichswehruniformen, vorne rechts im Bild ist ein durch die Hakenkreuzarmbinde identifiziertes SA-Mitglied zu sehen.