Kurzbeschreibung
Nach dem gescheiterten Staatsstreich im November 1923 wurden die
Schlüsselfiguren, darunter Adolf Hitler, wegen Hochverrats vor Gericht
gestellt und für schuldig befunden. Bei der Urteilsverkündung am 1.
April 1924 wurden die meisten von ihnen zu sehr milden Haftstrafen
verurteilt, während Erich Ludendorff freigesprochen wurde. Hitler und
vier weitere Putschisten verbüßten ihre Strafe gemeinsam im Gefängnis
Landsberg. Das Foto zeigt (von links nach rechts) Hitler mit den
Mitgefangenen Emil Maurice (sein Leibwächter und Fahrer), Hermann
Kriebel (Leiter der paramilitärischen Organisation Deutscher Kampfbund),
Rudolf Heß (der Hitlers persönlicher Sekretär wurde) und Friedrich Weber
(Leiter der paramilitärischen Organisation Bund Oberland). Maurice und
Heß waren in einem zweiten, kleineren Prozess wegen ihrer Beteiligung an
dem Putschversuch zu Gefängnisstrafen verurteilt worden.
Wie dieses
Foto dokumentiert, genossen Hitler und seine Mitgefangenen recht
komfortable Haftbedingungen. Sie waren in einem separaten Trakt des
Gefängnisses untergebracht, wo jeder von ihnen eine eigene Zelle und
einen gemeinsamen Aufenthaltsraum hatte, in dem sie ohne Überwachung
Besucher empfangen durften. In der Haft schrieb Hitler den größten Teil
des ersten Bandes seines Buches Mein Kampf, das zum Kernstück der
nationalsozialistischen Ideologie und Propaganda werden sollte. Am 20.
Dezember 1924 wurde Hitler, der zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt
worden war, wie alle anderen Putschisten auf Bewährung entlassen. Nach
der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde das
Gefängnis Landsberg zu einem Pilgerort für Anhänger und Funktionäre des
Nationalsozialismus.