Kurzbeschreibung

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Schulsystem in der Weimarer Republik umfassend reformiert. Mit dem „Weimarer Schulkompromiss“ im Jahr 1919 und dem Grundschulgesetz von 1920 wurde ein Schulsystem aus einer gemeinsamen vierjährigen Grundschule und einer darauffolgenden Aufteilung in ein dreigliedriges Schulsystem eingeführt. Die Volksschule stellte die niedrigste Stufe dar und hatte die kürzeste Schulpflicht, die sich gemäß der Weimarer Verfassung (Art. 145) auf insgesamt mindestens acht Jahre belief. Diese Statistik stellt die Entwicklung der Schul-, Klassen-, Schüler- und Lehrerzahlen an Volksschulen von 1911 bis 1941 dar. Im betrachteten Zeitraum nahm die Zahl der Schüler:innen von knapp 10,3 Millionen auf 7,7 Millionen ab. Die Zahl der Lehrpersonen in Volksschulen stieg in der gleichen Zeit jedoch an. Dies führte zu kleineren Klassen und einer geringeren Zahl an Schüler:innen pro Lehrer:in.

Volksschulen (1911-1941)

Quelle

Volksschulen

Jahr

Schulen a)

Klassen

Lehrer

Schüler

Schüler pro Klasse

Schüler pro Lehrer

Schüler pro 100 Einwohner b)

1911

61 557

--

147 485

10 309 949

--

70,0

16

1921/22

52 763

207 185

195 946

8 894 486

42,9

45,4

14

1926/27

52 825

188 708

186 853

6 661 794

35,3

36,7

11

1931/32

52 961

195 456

190 281

7 590 073

38,8

39,9

12

1938 c)

51 118

188 310

179 260

7 596 437

40,3

42,4

11

1941 d)

50 537

183 839

180 501

7 724 137

42,0

42,8

11

a) Öffentliche Volksschulen.

b) Reichsbevölkerung in der Mitte des (ersten) Jahres

c) Gebietsstand: 31. Dezember 1931.

d) Reichsgebiet 1937 zuzüglich Reg.-Bez. Kattowitz. Die Schulen des Saargebietes sind nur zum Teil erfaßt.

Quelle: Sozialgeschichtliches Arbeitsbuch, Band III, Materialien zur Statistik des Deutschen Reiches 1914–1945, Hrsg. Dietmar Petzina, Werner Abelshauser und Anselm Faust. München: Verlag C.H. Beck, 1978, S. 165.