Quelle
1. Teil: Wohnungsnot
16 Millionen Deutsche wohnen in Großstädten
...
... und fast durchweg in Mietskasernen
Die Mietskaserne
mit ihren 4-5 Stockwerken hat vor allem den Nachteil der engen
lichtlosen Höfe
Diese Höfe entstehen, wenn Häuser mit Seiten- und
Hintergebäuden gebaut werden, um jeden Quadratmeter Bodenfläche
auszunutzen.
Dunkle Höfe sind wahre Brutstätten für Ungeziefer und
Krankheiten
...und besonders für Kinder verhängnisvoll.
In
Berlin haben 33% aller Wohnungen nur 1 Zimmer und 40 % 2 Zimmer - und in
solchen engen Wohnungen hausen kinderreiche Familien
Wo die Sonne
nicht hinkommt, kommt der Arzt hin.
Hier finden wir den
überanstrengten Heimarbeiter, bei schlechtem Licht in unsauberen
muffigen Wohnungen
Eine weitere Folge eng aufeinander hockender
Mietsparteien ist Klatsch, Zank und Hader.
Kein Wunder, wenn diese
Menschen ohne Heim ihre Erholung in der Kneipe suchen ....
... und
wenn Trunksucht, Prostitution und Verbrechen hier ihre Schlupfwinkel
haben.
Aber nicht viel besser geht es den Hunderttausenden in
Notbaracken und Gartenlauben, die zugleich als Küche, Wohn-und
Schlafraum dienen.
Quelle: Wie wohnen wir gesund und wirtschaftlich?, Regie: Ernst Jahn, Humboldt-Film GmbH, 1926. Bundesarchiv Filmarchiv Filmwerk ID: 2897 https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/2897/657754