Kurzbeschreibung

Die Schlacht von Königgrätz (Hradec Kralove) am 3. Juli 1866 war die entscheidende Schlacht des Österreichisch-Preußischen Krieges von 1866 und brachte einen bedeutenden Sieg für Preußen. In diesen Briefen an seine Frau Johanna (A) beschreibt der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck (1815–1898) sein hochpolitisches Kalkül vor und nach dieser Schlacht. In seinem Brief vom 11. Juli beschreibt er, wie er den preußischen König Wilhelm I. (1797–1888, reg. 1858–1888) dreizehn Stunden lang im Sattel begleitete, während die Schlacht tobte und österreichische Geschütze in ihrer Nähe einschlugen. Der zweite Augenzeugenbericht (B) beschreibt die Schlacht von Königgrätz und den Tag danach. Die Leser der illustrierten Massenzeitschrift Die Gartenlaube – die Mitte der 1860er Jahre eine verkaufte Auflage von über 160.000 Exemplaren hatte – erfuhren von den verwirrenden und logistisch komplizierten Truppenbewegungen und der Versorgung der Verwundeten. Der Bericht endet mit einem Bekenntnis zur deutschen Einheit durch Waffengewalt. Im Gegensatz zum vorangegangenen Bericht eines schlesischen Bauern konzentriert sich der Bericht von Georg Hiltl (1826–1878) – einem Schauspieler, Theaterdirektor und populären Romanautor mit Interesse an mittelalterlichen Waffen (C) – auf die nach der Schlacht von Königgrätz gefundenen Leichen. Zu Hiltls Bericht in der Gartenlaube gehört das Bild „Das letzte Quartier“ von A. Nikutowski. Nikutowskis Zeichnung ist etwas romantischer als Hiltls Bericht, der zumindest das Gemetzel der modernen Kriegsführung andeutet. Im abschließenden Text (D), dem eine Originalradierung von Herbert König zur Seite gestellt war, wurde den Lesern der illustrierten Zeitschrift Die Gartenlaube eine empörte Schilderung der Ausplünderung von Leichen durch „Raubtiere“ des Schlachtfeldes geboten. Sowohl die Illustration als auch der Text vermitteln ein chauvinistisches Bild von den „barbarischen“ Tschechen in Böhmen, die den deutschen Soldaten derartige Demütigungen zufügten.

Augenzeugen beschreiben das Schlachtfeld bei Königgrätz (Juli 1866)

Quelle

A. Otto von Bismarck an seine Frau Johanna (1–11. Juli 1866)

Sichrow, 1. Juli 1866.

Wir begegnen überall Gefangenen, es sollen schon über 15000 sein nach den hier vorliegenden Angaben. Jitschin ist gestern von uns mit dem Bajonet genommen, Frankfurter Division, General Tümpling an Hüfte schwer verwundet, nicht tödtlich. Hitze furchtbar. Zufuhr von Proviant schwer; unsere Truppen leiden vor Mattigkeit und Hunger. Im Lande bis hier nicht viel Spuren des Krieges, außer zertretenen Kornfeldern. Die Leute fürchten sich nicht vor den Soldaten, stehen mit Frau und Kind im Sonntagsstaat vor den Thüren und wundern sich.

Jitschin, 2. Jul 1866.

Eben von Sichrow her angekommen; auf dem Schlachtfelde hierher lag es noch voll von Leichen, Pferden, Waffen. Unsere Siege sind viel größer, als wir glaubten; es scheint, daß wir jetzt schon über 15000 Gefangene haben, und an Todten und Verwundeten wird der österreichische Verlust noch höher, gegen 20000 Mann, angegeben. Zwei ihrer Corps sind ganz zersprengt, einige Regimenter bis zum letzten Mann vernichtet. Ich habe bisher mehr österreichische Gefangene als preußische Soldaten zu sehen bekommen.

Hohenmauth, Montag 9. Juli 1866.

Uns geht es gut; wenn wir nicht übertrieben in unseren Ansprüchen sind und nicht glauben, die Welt erobert zu haben, so werden wir auch einen Frieden erlangen, der der Mühe werth ist. Aber wir sind eben so schnell berauscht, wie verzagt, und ich habe die undankbare Aufgabe, Wasser in den brausenden Wein zu gießen und geltend zu machen, daß wir nicht allein in Europa leben, sondern mit noch drei Nachbarn. Die Oesterreicher stehen in Mähren, und wir sind schon so kühn, daß für morgen unser Hauptquartier da angesagt wird, wo sie heute noch stehen. Gefangene passiren noch immer ein, und Kanonen seit dem 3. bis heut 180. Holen sie ihre Südarmee hervor, so werden wir sie mit Gottes gnädigem Beistande auch schlagen; das Vertrauen ist allgemein. Unsere Leute sind zum Küssen, jeder so todesmuthig, ruhig, folgsam, gesittet, mit leerem Magen, nassen Kleidern, nassem Lager, wenig Schlaf, abfallenden Stiefelsohlen, freundlich gegen alle, kein Plündern und Sengen, bezahlen, was sie können, und essen verschimmeltes Brod. Es muß doch ein tiefer Fond von Gottesfurcht im gemeinen Mann bei uns sitzen, sonst könnte das alles nicht sein. Nachrichten über Bekannte sind schwer zu haben, man liegt meilenweit auseinander, keiner weiß, wo der andere, und niemand zu schicken, Menschen wohl, aber keine Pferde. Der König exponirte sich am 3. allerdings sehr, und es war sehr gut, daß ich mit war, denn alle Mahnungen Anderer fruchteten nicht, und Niemand hätte gewagt, so zu reden, wie ich es mir beim letzten Male, welches half, erlaubte, nachdem ein Knäuel von 10 Kürassieren und 15 Pferden vom 6. Kürassier-Regiment neben uns sich blutend wälzte, und die Granaten den Herrn in unangenehmster Nähe umschwirrten. Die schlimmste sprang zum Glücke nicht. Es ist mir aber doch lieber so, als wenn er die Vorsicht übertriebe. Er war enthusiasmirt über seine Truppen und mit Recht, so daß er das Sausen und Einschlagen neben sich gar nicht zu merken schien, ruhig und behaglich wie am Kreuzberg, und fand immer wieder Bataillone, denen er danken und guten Abend sagen mußte, bis wir denn richtig wieder ins Feuer hineingerathen waren. Er hat aber so viel darüber hören müssen, daß er es künftig lassen wird, und Du kannst beruhigt sein; ich glaube auch kaum noch an eine wirkliche Schlacht.

Zwittau in Mähren, 11. Juli 1866.

Mir fehlt ein Tintenfaß, da alle besetzt, sonst geht es mir gut, nachdem ich auf Feldbett und Luftmatratze gut geschlafen und durch Brief von Dir um 8 geweckt. Ich war um 11 zu Bett gegangen. Bei Königgrätz ritt ich den großen Fuchs, 13 Stunden im Sattel ohne Futter. Er hielt sehr gut aus, schrak weder vor Schüssen noch vor Leichen, fraß Aehren und Pflaumenblätter mit Vorliebe in den schwierigsten Momenten und ging flott bis ans Ende, wo ich müder schien als das Pferd. Mein erstes Lager für die Nacht war aber auf dem Straßenpflaster von Horic, ohne Stroh, mit Hilfe eines Wagenkissens. Es lag alles voll Verwundeter. Der Großherzog von Mecklenburg entdeckte mich und theilte sein Zimmer dann mit mir, R. und 2 Adjutanten, was mir des Regens wegen sehr erwünscht kam. Was König und Granaten anbelangt, schrieb ich Dir schon. Die Generäle hatten alle den Aberglauben, sie als Soldaten dürften dem Könige von Gefahr nicht reden, und schickten mich, der ich auch Major bin, jedesmal an ihn ab.

Quelle: Politische Briefe Bismarcks aus den Jahren 1849–1889. Berlin: Hugo Steinitz Verlag, 1889, S.187–90.

B. „Bei Königsgrätz am Tage nach der Schlacht. Von einem schlesischen Gutsbesitzer“ (1866)

Schon in Gitschin, wo ich den 3. Juli Nachmittags auf einem Marketenderwagen des vierundsechszigsten preußischen Regiments eintraf, erfuhren wir, daß eine bedeutende Schlacht bei Josephstadt oder Königsgrätz wüthe. Wir wurden dadurch überrascht, da wir den ganzen Tag, in einer Entfernung von fünf bis sechs Meilen, vergeblich auf Kanonendonner gelauscht hatten; wahrscheinlich hatte das Regenwetter und die Windrichtung die Ausbreitung des Schalles in unserer Richtung verhindert. – Nach kurzer Rast eilten wir vorwärts, um wo möglich noch am Tage der Schlacht im Lager einzutreffen; die schöne breite Chaussee füllte sich aber mehr und mehr mit Proviant-, Munitions- und Fourage-Colonnen, so daß wir die ununterbrochene Wagenreihe nicht mehr verlassen durften: Bei einbrechender Dunkelheit entstand durch Aufstauung der drei Wagenreihen ein allgemeiner Halt, und da an ein Weiterkommen vorerst nicht zu denken war, bogen wir auf einem Seitenwege in das Dorf Konetzchlum ein.

Im Wirthshause fanden wir natürlich weder Wirthsleute, noch Lebensmittel, noch Stroh, im Hofe aber glücklicherweise Wasser. Nach vieler Mühe erlangten wir im Dorfe etwas Heu und bereiteten uns in der Wirthsstube ein Lager. Um zwei Uhr Nachts kamen einige siebenzig Verwundete auf Leiterwagen vorgefahren und schleppten sich in das dunkle Zimmer, wo sie ermattet über einander fielen und sich an die zerschossenen Glieder stießen. Durch den Ruf nach Licht und Wasser wurde ich erweckt, erlangte auch von einem Soldaten ein kleines Endchen Licht, zündete dies an und vertheilte das wenige Heu meines Lagers, damit wenigstens die Kränksten eine Unterlage bekämen. Immer mehr füllte sich indeß der Fußboden, auch die kleine anstoßende Küche lag gedrängt voll, so daß ich sogar strohigen Pferdedünger zu Kopfkissen verwenden mußte. Alle Verwundeten zeigten großen Durst, die meisten auch Hunger; ich holte denn einen Eimer Wasser, fand eine zersprungene Bierflasche und tränkte so die Lechzenden der Reihe nach; einige harte Commißzwiebacke, die ich bei mir hatte, vertheilte ich in kleinen Stücken. Das Licht war ausgebrannt, noch aber nicht alle Verwundeten versorgt, ich versuchte daher im Dorfe Licht aufzutreiben, doch vergeblich. Ich ging darauf nach einem an der Chaussee befindlichen Bivouak, weckte den in einer Strohhütte schlafenden commandirenden Officier und erhielt sehr bereitwillig das Licht seiner Wagenlaterne. Von Brod besaß er aber selbst keinen Bissen und nur ein Mann seiner Colonne konnte uns eine handgroße alte Commißbrodkruste geben; die Mannschaften banden mir das Stroh ihres Lagers zusammen und brachten es mit. Da begegneten wir, o Freude! auf der Straße einem Wagen mit Brod, von diesem wurden durch den gefälligen Officier sofort acht Brode für mich requirirt.

Die Verwundeten in unserem Gasthofe bildeten den ersten Transport von Blessirten aus der großen Schlacht bei Königsgrätz. Fast alle waren Preußen, sie hatten schon Vormittags das Schlachtfeld auf Wagen verlassen und kamen hier ohne jede ärztliche oder militärische Begleitung mit abgematteten böhmischen Pferdejungen an. Zwar war der größte Theil nur leicht verwundet, doch hatten Viele zerschmetterte Arme und Beine, ein Mann hatte einen Schuß im Kreuz, ein anderer einen Schuß durch die Brust und das fortwährende Röcheln desselben mag wohl sein Todesröcheln gewesen sein. Wir revidirten jetzt auch die Leiterwagen und fanden hier noch mehrere Schwerverwundete fast erstarrt durch die Kälte der Nacht.

Um vier Uhr Morgens setzten wir unsere Reise fort, nachdem ich die Verwundeten der Fürsorge des Officiers der Colonne empfohlen hatte. Der schönste Morgen folgte auf das Regenwetter des vorigen Tages und erfrischte die gesegneten Fluren. Prachtvoller Weizen, Raps und Klee erfreuten das Auge, so weit man blicken konnte, und nur zu beiden Seiten der mit doppelten Pflaumenbaumreihen eingefaßten Straße und an den Bivouakplätzen waren die Feldfrüchte in einer Breite von zehn bis zwanzig Ruthen total niedergetreten. – Im Wirthshause zu Wojic trafen wir einmal ausnahmsweise die böhmische Wirthin an; dieselbe erweckte unsere Theilnahme, da sie das anwesende Militär beim Kaffeekochen unterstützte, uns die Milch ihrer letzten Kuh ohne Bezahlung lieferte und beim Reinigen und Verbinden der Verwundeten freundlich half. Nach kurzer Erquickung schickten wir den Wagen voraus, als uns die freundliche Wirthin händeringend und schluchzend nachgeeilt kam und erzählte, wie ihr die soeben vorbeigezogene Munitions-Colonne ihre letzte Kuh aus dem Stalle mitgenommen hätte! Die Frau jammerte uns; wir vermochten deshalb einen nach dem Hauptquartier Horzitz reitenden Husaren, die Kuh wieder zurückzufordern, und erlebten die Freude, daß unsere Bemühungen erfolgreich waren.

Jetzt wurde die Straße von Courieren aller möglichen Cavalerieregimenter, von Officieren mit Depeschen, einem vorwärtseilenden Divisions- oder Brigadestab, mehreren Wagen der Feldpost, des Telegraphenamtes, von requirirten Wagen mit Civilbeamten oder Aerzten, Colonnen und Fouragewagen aller Art belebt – Alles eilte vorwärts nach dem Hauptquartier, nach dem Lager oder dem Schlachtfelde. Vor Horzitz begegnete uns ein Transport von ungefähr eintausend und fünfhundert österreichischen Gefangenen verschiedener Truppengattungen; alle sahen niedergedrückt, abgehungert und in ihrer Kleidung arg mitgenommen aus, besonders die Kopfbedeckung war sehr verschiedenen Ursprungs. So trug ein kleiner brauner Italiener seine Uniform und einen schwarzen Cylinderhut; Civilmützen der verschiedensten Form und Altersclasse sah man häufig an den Verwundeten. Hiergegen nahmen sich die Kaiserjäger mit ihren Tirolerhüten und Federbüschen natürlich sehr stattlich aus.

Horzitz selbst zeigte weniger Kugelschäden, als Gitschin, war aber so überfüllt mit Colonnen und requirirten Fuhren, daß man kaum durchkommen konnte. Die überaus große Zahl der durch ihre weiße Fahne kenntlichen Lazarethe überraschte uns; mitunter hatte zu diesen Fahnen jedoch der passende Stoff gefehlt und weiße Schürzen oder gar ein weißer Unterrock vertraten wohl auch die Stelle der Fahne. Wir schlossen uns einer Proviant-Colonne an und im scharfen Trabe ging es vorwärts. Die Felder hatten hier sehr gelitten; zu beiden Seiten der Straße waren die Früchte so niedergetreten, als wären die Fluren mit Strohmatten belegt. Die Kirschbäume an der Straße wurden von den vorübereilenden Mannschaften in der Eile geplündert und mancher Ast ward mit Bajonnet, Säbel oder Hirschfänger abgehackt, an die Cameraden vertheilt und beim Weitermarsch abgespeist. Mannschaften aller Regimenter trieben requirirtes Schlachtvieh, kleine Landkühchen, Zugochsen, Kälber, Schweine vor sich her, ein Infanterist sogar zur allgemeinen Erheiterung fünf bis sechs Stück allerliebste junge englische Schweinchen, die ihm nicht wenig zu schaffen machten. Bei dem Dorfe Klenitz erreichten wir das preußische Lager. Mit seinen zweimalhunderttausend Mann von allen Truppengattungen nebst den zu beiden Seiten der Chaussee weite Flächen bedeckenden Colonnen bot dasselbe einen wahrhaft großartigen Anblick dar.

Mein Marketender verfügte sich zu seinem Regiment, welches auf einer Anhöhe links von der Straße lag, ich jedoch erstieg einen Proviantwagen, um zunächst erst einen raschen Ueberblick über das Schlachtfeld zu gewinnen; die genauere Besichtigung versparte ich für den Rückweg.

In langen Colonnen fuhren die Verwundeten auf gewöhnlichen landwirthschaftlichen und in Lazarethwagen an uns vorüber; die Leichen wurden auf Frachtwagen nach ihren Ruhestätten geschafft und lagen in ihren verschiedenen Uniformen hoch aufgeschichtet bis über die Leitern hinaus. Die Felder zu beiden Seiten waren mit Tausenden von Laubhütten bedeckt, in denselben hatten die österreichischen Jäger und Infanterie den Angriff abzuhalten gesucht. Der Saum des Waldes war niedergeschlagen, doch hatte man die Stammenden zwei Fuß hoch stehen lassen, um die Erstürmung zu erschweren. Reisig und Laub hatte zur Errichtung jener Hütten dienen müssen. Vielfach waren Merkstangen aufgestellt und die Rinde von den Stämmen abgeschält, um Zeichen der Entfernung für die österreichische Artillerie abzugeben; es ist daher eben nicht zu verwundern, daß dieselbe in einer ohnedies vorzüglichen Position so gut geschossen hat. Der Wald war von den österreichischen Kartätschen so verwüstet, als wären die alten Fichten und Kiefern von einem furchtbaren Hagelwetter zerschmettert worden. Chausseegräben und Felder waren bunt übersät mit Leichen von Menschen und Pferden, Tornistern, Helmen und Käppis, mit Kochgeschirren, Bajonneten und Seitengewehren, mit Granaten, Zündnadelgewehren und österreichischen Büchsen – das Alles bunt durch- und übereinander.

Bei dem Dorfe Sadowa beginnt das Hauptschlachtfeld und erstreckt sich auf beiden Seiten der Königsgrätzer Straße bis hinter Lipa und Chlum. Bis nach Lipa, das rechts und links an der Chaussee auf der Höhe eines Bergrückens liegt, der sich regelmäßig nach der Elbe zu bis nach dem ein und eine Viertel Meile entfernten Königsgrätz hin abdacht, begleiteten mich vier Artilleristen nach den in der Nähe befindlichen Schanzen, und von hier aus hatte ich einen Ueberblick über das ganze fürchterliche Schlachtfeld. Ein anwesender Stabsofficier prüfte meine Legitimation und war dann so freundlich, mir die verschiedenen Positionen auf das Eingehendste und Instructivste zu erklären. Bei dem Sturm auf die Ziegelei bei Lipa wurde u. A. auch das Dorf Cistoves in Brand geschossen; leider verbrannte mit diesem Dorfe ein großer Theil der österreichischen Verwundeten, welche während des Kampfes, aus allzu großem Sicherheitsgefühl, in der Nähe der Schanzen untergebracht worden waren, wie ich dies später aus dem Munde eines älteren österreichischen Officiers erfuhr, der selbst einen Verwundeten aus einem brennenden Hause auf seinem Rücken auf freies Feld getragen hatte.

Von unsern Schanzen aus übersah man das ganze Schlachtfeld und darüber hinaus jenseit Sadowa das unendliche Lager der preußischen Armee; durch das Glas gesehen glich dies einem dunklen Ameisenhaufen. Die Schanzen selbst waren noch so scharfkantig und unversehrt, daß hier kaum ein allgemeiner Bajonnetkampf stattgefunden haben kann, obwohl ich allerdings mehrere Gewehre mit verbogenen Bajonneten gefunden habe. Geschütze waren nicht mehr zu erblicken. Dicht vor den Schanzen aber lagen von beiden streitenden Parteien Todte zu Hunderten, stellenweise zwei bis drei übereinander; hinter den Schanzen, nach Königsgrätz zu, sahen die weiten Ebenen von den Leichen der Oesterreicher wie buntgesprenkelt aus. Die Todten lagen theils noch in der Stellung wie sie gefallen waren, Arme und Beine ausgestreckt auf dem Boden; andern sah man an, daß sie sich wie getroffene Hasen überschlagen hatten und zusammengebrochen waren. Viele Leichen hatten das Taschentuch über das Gesicht gedeckt; entweder hatten sie sich so auf den erwarteten Tod vorbereitet, oder barmherzige Cameraden ihnen diesen letzten Liebesdienst erwiesen. Manche hatten beide Hände über die Augen gedrückt. Ein österreichischer Officier hielt noch einen geöffneten Brief in der kalten Hand. Ich nahm ihn auf, um ihn zu bestellen, er war jedoch an den Entschlafenen selbst gerichtet und ich legte ihn wieder nieder, da ich nicht berechtigt war, ihn zu lesen. Jetzt bedauere ich dies; er wäre vielleicht den Seinigen ein letztes liebes Andenken gewesen.

Furchtbar muß der Zusammenstoß im Gehölze rechts an der Schanze bei Chlum gewesen sein. Hier häuften sich die Leichen auf bedeutenden Strecken oft so dicht, daß man beim Gehen Acht geben mußte, um nicht auf sie zu treten. An dieser Stelle lag auch ein österreichischer Jäger im Graben, in der linken Hand die Büchse mit dem gespannten Hahn, in der erhobenen rechten Hand zwischen Daumen und Zeigefinger noch das vierfach geschlitzte Zündhütchen zum Aufsetzen, das ich mir zum Andenken mitnahm. Sämmtliche Leichen hatten die Augen geöffnet, oft harte Brodstückchen in den Händen und meist wilde schmerzverzerrte Gesichtszüge. Sammt und sonders aber waren sie ausgeplündert, alle Taschen waren umgedreht und hingen noch heraus. Die Portemonnaies und Notizbücher waren geleert und lagen regelmäßig geöffnet neben ihren ehemaligen Besitzern, die Uniformen und Beinkleider waren aufgerissen, damit auch die auf bloßem Leibe befestigte letzte Baarschaft gestohlen werden konnte; jeder Tornister war geöffnet, reine Wäsche, das Rasirzeug, Gebetbücher, Kleider, Nähzeug, Instructionsbücher, Patronen, Packete etc. wurden als werthlos zerstreut; selbst Revolver und Feldgläser im Futteral habe ich noch neben Officiersleichen liegen sehen, aber keinen zugeschnallten Tornister und selten eine Tasche bemerkt, die nicht umgekehrt heraushing.

Wie innerhalb zwölf Stunden so viele Menschen zusammenströmen können, um diese Tausende von Leichen zu plündern, das ist mir geradezu unerklärlich. Eine Feldmütze, ein weißer Reitermantel, der Federbusch eines Kaiserjägers, die Schärpe eines Officiers, besonders aber Feldflaschen mögen wohl als Siegestrophäen oder als Ersatz von den Siegern mitgenommen worden sein; allein Werthgegenstände zu entwenden, würde sich jeder preußische Soldat als Schande anrechnen, wie ich mich zu überzeugen mehrfache Gelegenheit hatte. Auffällig war mir, daß die Oesterreicher vollständiges Rasirzeug und viele Laternen bei sich führten. Die zwei Zoll im Durchmesser haltenden messingnen Cocarden waren großentheils inwendig am Käppi an dazu bestimmten Schnüren am Deckel angebunden, wahrscheinlich weil sie allzu sehr glänzen und Zielpunkte hätten abgeben können. Einen rührenden Anblick boten mehrere Affenpinscher dar. Diese treuen Thierchen rannten zwischen den Leichen herum, suchten ihre Herren und sahen dabei selbst vor Hunger, Nässe und Angst ganz erbärmlich aus.

Jenseit der Chaussee kamen wir hinter den Häusern von Lipa wieder bei dicht gedrängten Leichenfeldern vorbei und stießen hier auf siebenundzwanzig vorzügliche gezogene österreichische Geschütze; nur ein einziges davon war vernagelt! An einem Geschütz lagen noch fünf Pferde im Sielengeschirr, das sechste hatte sich losgerissen und streckte sich dicht daneben, die fahrende Mannschaft lag über den Pferden. Einem Kanonier waren beide Beine durch eine Granate abgerissen und man konnte den Stiefel mit dem darin steckenden Beine buchstäblich an eine andere Stelle werfen. Manche Pferde waren fast zerrissen, andere hatten bis zu fünfzehn Wunden; ein Pferd hatte in der Stirn ein Loch, so daß man mit der Faust hineingreifen konnte, ein anderes eine einzige Flintenkugel mitten in der Stirn. Eine rothe Blase zeigte die Stelle; die Oeffnung war so klein, daß kaum das Ende eines Spazierstockes hineinzudringen vermochte. Das Thier lag so ruhig, als hätte es sich behaglich auf frische Streu im Stall hingestreckt. Hier war auch die preußische Artillerie mehr zur Geltung gekommen.. Einem Manne war die Hirnschale völlig abgerissen, die Extremitäten waren vom Körper fast verschwunden, die Brust war so zerrissen, daß der Leib in einer Lache geronnenen Blutes schwamm. Die Ebene vor diesen Geschützen gegen das Wäldchen vor Sadowa und Dohaliz zu war schon von Leichen abgeräumt, allein die ganze Ebene mit todten Pferden der tapferen preußischen Gardedragoner und Zietenhusaren überdeckt. Wie vom Blitz getroffen lagen die schönen, zum Theil edlen Thiere da; die meisten schienen sofort verendet zu sein. Sie hatten noch ihre Hufeisen, Mähnen und Schweife, während bei Gitschin selbst diese abgeschnitten und abgerissen und geraubt worden waren. In den Protzkasten der Geschütze war die Munition noch massenhaft vorhanden; in Beuteln fanden wir die bestimmten Ladungsquantitäten eines groben, unpolirten, sehr leicht zerreibbaren Sprengpulvers und zahlreiche Kartätschen.

Bei Lipa trafen wir einzelne Truppenabtheilungen, die sich gelagert hatten und gerade ihr Mittagsessen bereiteten. Gänse, Hühner, Ferkel waren noch aufgetrieben worden und wurden mit Commißzwieback zu kräftigen Suppen gekocht oder an grünen Erlenstangen gebraten; oft bildeten die abgerupften Gänsefedern förmlich wie weißbeschneite Flecken auf der Straße. Ich theilte meine letzten Cigarren mit einigen Officieren und ging dann nach kurzer Rast nach den Laubhütten auf der rechten Seite der Chaussee über dem erwähnten Wäldchen. Auch hier gab es der Leichen eine grausige Menge, fast jede Hütte hatte einen oder mehrere stille Bewohner. Die meisten schienen einem ungarischen Regimente angehört zu haben; viele hatten sich bis auf Beinkleider und Hemd entkleidet, die Hemdärmel aufgestreift, um recht unbehindert ihrem blutigen Handwerk obliegen zu können; oft sah ich auch bei ihnen noch die gespannte Büchse in der kalten Hand.

Jenseits der Wiese am Walde wurden die Gefallenen in großen Massen begraben, Freund und Feind in ihren Uniformen zusammen. Auch mit dem Vergraben der Pferde hatte man schon begonnen; es ist dies eine sehr zeitraubende Arbeit. Zwei bis drei Thiere kamen in eine Grube, die oft widerspenstigen Beine wurden zerhackt oder zerbrochen und ein bis zwei Fuß Erde darübergeworfen. In einigen Wochen muß diese Gegend todbringende Miasmen aushauchen!

Auf der Straße wogte das bunteste Kriegsgetümmel durcheinander. In langen Reihen fuhren die aus den Provinzen Schlesien, Sachsen, Brandenburg requirirten Gespanne, ich kann jedoch ihren Besitzern versichern, daß die vielen Tausend Gespanne, welche ich bis jetzt getroffen habe, im Allgemeinen gut aussahen. Die Fuhrleute selbst waren im Allgemeinen freilich übler daran, als die Thiere, da sie nur von Commißbrod, Speck und Wasser lebten, zeitweis [514] auch daran Mangel litten; dabei mußten sie in Hitze, Kälte und Regen im Freien aushalten, und wenn es auch einmal heißen Kaffee und Branntwein gab, so fehlte es den armen Burschen meist an Geld, um das Labsal kaufen zu können. Uebrigens zeigten die Fuhrleute merkwürdiger Weise eine besondere Zuneigung für die blauen österreichischen Feldmützen; mehrmals habe ich selbst gesehen, wie mit der Kopfbedeckung eines stillen Mannes getauscht ward.

Meine Absicht ging dahin, bei dem Marketender, meinem neuen Freund und Lagerbruder, über Nacht zu bleiben, um wo möglich dem erwarteten Bombardement von Königsgrätz beizuwohnen; als ich indeß in die Amputationsanstalten von Sadowa kam, überzeugte ich mich, daß ich als Begleiter der Verwundeten von Nutzen sein könnte, und stellte mich einem der Stabsärzte zur Verfügung. Derselbe gab mir eine Colonne von ungefähr hundertundfünfzig schwer und leicht Verwundeten mit der Weisung, sie in den Lazarethen von Millowitz und Horzitz unterzubringen, leichter Verwundete einzutauschen und diese so weit als möglich fortzuschaffen. Den zwei begleitenden Husaren wurde mein neuer Posten bekannt gemacht, ich setzte mich auf den ersten Wagen und fuhr ab.

Rechts und links fuhren ununterbrochen Colonnen, wir in der Mitte der Straße. In der Gegend von Klenitz kam mir das Hauptquartier des Königs von Preußen entgegen. Er fuhr in einem eleganten mit vier Rappen bespannten Wagen langsam vorbei und der ganze Zug dauerte wohl eine Viertelstunde, da das Ausweichen natürlich nur langsam von statten ging. Bei der so großen Anzahl der begleitenden Officiere in fast allen europäischen Uniformen, nebst den Adjutanten, den Feldjägern, der Leibwache etc. war es mir nicht möglich, die hervorragenden Personen der gegenwärtigen Situation zu erkennen. Auch der Kronprinz kam zu Wagen vorbei. Ein Adjutant befahl, ich solle aus dem Wege fahren; ich remonstrirte jedoch, daß dies meinen Kranken zu viel Schmerzen verursachen würde, und so wich der Prinz ebenso wie der König langsam aus.

Die Fahrt bis nach dem dreiviertel Meilen entfernten Millowitz wurde mir zu einer sehr peinlichen. Beim geringsten Hinderniß im Wege oder bei schärferem Tempo der Pferde schrie und stöhnte der größte Theil der Verwundeten; die Italiener beteten laut ein Ave Maria nach dem andern. Einmal wurde ich an einen Wagen gerufen; da war einem Italiener das unterhalb des Leibes zerschmetterte Bein über den Wagen heruntergeglitten. Keiner der anderen Verwundeten hatte die Kraft es heraufzulegen; ich schlang die Kette des Frachtwagens darum und gab so dem Beine Festigkeit. Endlich erreichten wir das Dorf Millowitz. Drei bis vier Gebäude waren hier als Lazarethe eingerichtet, doch bestand die ganze Einrichtung darin, daß Zimmer, Hausflur und Böden ausgeräumt und die Dielen nothdürftig mit Stroh belegt waren. Schwer und leicht Verwundete lagen dicht gedrängt darauf, so daß kaum Platz für die neu zutretenden vorhanden war. Ich verlangte nach dem Vorstande, nach einem Arzt oder Krankenwärter – Niemand war da; die Leichtverwundeten versorgten die andern mit Wasser, Brod war nicht aufzutreiben. Da erfuhr ich schließlich, daß einige preußische Officiere in einem Häuschen gegenüber lägen; hier gab es wenigstens einige Feldbetten, sonst aber war auch an Allem Mangel. Ich sprach den Hauptmann v. Kr. und den Major R. von der Artillerie; Letzterer war amputirt und lag nun hier ohne jede Hülfe und Erquickung, Ersterer litt heftig an einem Schuß durch das Bein. Er sagte mir, es sei hier nur ein Assistenzarzt, welcher selbst leidend zurückgeblieben sei, als sich das Dorf plötzlich nach der Schlacht mit mehreren Hundert Verwundeten gefüllt habe. Wohl habe sich der Arzt derselben Tag und Nacht redlich angenommen, müsse sich aber jetzt etwas Ruhe gönnen. Wie gern hätte ich diese beiden Officiere mit in bessere Pflege genommen! Aber auf gewöhnlichen Fracht- und Leiterwagen waren sie nicht transportabel und ich konnte ihnen nur dadurch dienen, daß ich ihnen möglichst schnell ärztliche Hülfe und Lazarethbedürfnisse erbat.

Gern hätte ich überhaupt alle meine Verwundeten weiter transportirt, doch war es leider nicht möglich, da die beiden Husaren mit dem größten Theil der Wagen Befehl zum Fouragiren hatten und, nur um die leeren Wagen zu benutzen, zum Verwundetentransport beordert waren. So brachten wir denn mit Hülfe des jetzt erscheinenden leidenden Arztes die Kranken unter Obdach; die traurige Fracht eines Wagens konnte ich indeß nicht unterbringen und ein requirirtes Gespann, welches vorüberfuhr, hatte eine Bescheinigung zur Rückkehr in die Heimath. Ebensowenig war ich im Stande den böhmischen Knecht zu veranlassen, meinen Wagen fortzuschaffen, und bat daher einen vorübereilenden Officier um Unterstützung, welche auch in so praktischer Art zur Ausführung kam, daß der Mensch mit größter Behendigkeit einspannte und bis zur Ablieferung in Horzitz gefügig blieb.

Mit dem Rest von sechs bis acht Wagen fuhr ich weiter und erreichte Horzitz bei heftigem Regen spät am Abend, hier meine Verwundeten in verschiedenen Lazarethe vertheilend. Nur einem österreichischen Officier mußte sein Quartier in einem Hintergebäude angewiesen werden, da er leider unterwegs ruhig entschlummert war, ohne daß seine beiden Begleiter etwas gemerkt hatten – so krank waren auch diese.

Bei einbrechender Nacht setzten wir mit zwei Wagen unsern Weitertransport fort, rasteten in Gitschin, wo wir Nachts ein Uhr ankamen, einige Stunden im Lazareth und hielten früh neun Uhr vor dem Bahnhofe zu Turnau. Hier hatten sich mehrere Hundert Preußen und Oesterreicher aller Grade und Regimenter angesammelt; der Bahnhof wurde reparirt, um Verwundete unterbringen zu können, doch fehlte es auch hier noch an jeglicher Nahrung und Erfrischung. Erst gegen Mittag erhielt ich einige Commißbrode zur Vertheilung; später kam ein Marketender mit Bier und mancher Verwundete konnte nun gelabt werden. Um zwei Uhr stand ein Zug mit acht Güterwagen fertig, es wurde Stroh eingestreut und an hundert der Schwerstverwundeten eingeladen. Auch hier war kein Arzt oder Krankenwärter zu erübrigen; ich begleitete also den Transport weiter, um die nöthigsten Hülfeleistungen zu thun. Vor der Abfahrt erhielt jeder Wagen von einem Johanniterritter eine Flasche Rothwein. Wie wurde hier dies edle Labsal geschätzt und sorgfältig vertheilt! Der schwer verwundete österreichische Kammerherr theilte das kleine Glas mit dem neben ihm auf knappem Stroh liegenden preußischen Jäger; ein Hauptmann, der bei Magenta und Solferino gekämpft, theilte mit dem sechszehnjährigen Tertianer aus Olmütz, der erst seit vierzehn Tagen als Avantageur bei einem italienischen Regimente eingetreten war! Jeder National- und Rangunterschied pflegt in solchen Fällen aufzuhören; Jeder unterstützt den Andern nach Kräften, wie er es vermag und versteht. Wie wunderherrlich erwächst die Blume der wahren Nächstenliebe aus diesen blutrauchenden Feldern, wo noch vor wenigen Stunden die entfesselten Leidenschaften mit Aufgebot und Erschöpfung aller Kräfte gegen einander gewüthet haben!

In Zittau, Herrnhut, Löbau, überall wurden uns ärztliche Hülfe und Erquickungen jeder Art im vollsten Maße zu Theil. Um Mitternacht waren wir in Görlitz. Auch hier war unser Transport erst der erste oder zweite, welcher von Königsgrätz aus ankam; darum ließen die Einrichtungen auf dem Bahnhofe noch gar viel zu wünschen übrig. Kein Arzt war aufzutreiben und es waren nur zwei Tragbahren für Verwundete zu finden! Meine Blessirten waren mir allmählich förmlich an’s Herz gewachsen; es wurde mir ordentlich schwer, mich hier, wo sie meiner nicht mehr bedurften, von ihnen zu trennen, und mancher herzliche Händedruck und dankbare Blick belohnten mich überreichlich für das Wenige, was ich hatte thun können. –

Ihr Alle aber, die Ihr in diesem großen Kampfe geblutet habt, möchtet Ihr nicht zu schwer zu leiden haben; möchtet Ihr Alle dereinst geheilt in die Arme der Eurigen zurückkehren! Gebe das Geschick, daß Ihr alsdann auf ein großes, einiges Deutschland unter kräftiger einheitlicher Führung blicken und mit Stolz von Euch sagen könnt: „Wir haben es mit unserem Blute erkauft!“ Der unvergängliche Lorbeer dieses Ruhmes schmücke Euch dereinst noch das Greisenhaupt!

Quelle: “Bei Königsgrätz am Tage nach der Schlacht.” Von einem schlesischen Gutsbesitzer.” Die Gartenlaube (1866), Heft 33, S. 512–14.

C. Georg Hiltl, „Erinnerungen aus dem deutschen Kriege des Jahres 1866“ (1866)

Die Schlacht von Königgrätz war geschlagen; Tags darauf kam ich, wie schon früher erzählt, auf die Wahlstatt, auch dahin, wo das Gefecht am heftigsten gewüthet hatte, an die Höhe von Chlum. Es ist eine seltsame, drückende, unheimliche Stille, die über dem weiten Schlachtfelde am Tage nach dem Kampfe lagert. Die langen Reihen der ewig Stummen, die blutigen oder durcheinander geschichteten Knäuel, welche, aus getödteten Menschenkindern bestehend, sich in gewissen Zwischenräumen auf der zerstampften Ebene erheben, scheinen von unsichtbaren Mächten gehütet zu werden, die da jedes lebendige Wesen verscheuchen. Kein Vogel zwitschert hier in den Feldern, keine Grille hüpft umher, selbst der Wind, so dünkt es dem Beschauer, zieht hoch über die Gefallenen hinweg und nur zuweilen bewegt er einen Busch, der auf dem Hute eines Opfers nickt, oder er streift die Haare einer Leiche mit seinem Hauche. Oede – bleierne Ruhe überall. Ganz hoch in den Lüften kreisen einige Raubvögel, fern am Horizonte wirbelt ein Schwarm häßlicher Aaskrähen, nur dicht um die Leichen der gefallenen Krieger regt sich geschäftig, gleich unzählbaren, beweglichen und bewegten Punkten, die aus Myriaden bestehende Armee der Käfer, Ameisen und Erdspinnen. Das Gewürm wittert reiche Beute. Die Todten sind die Letzten, denen ihr Recht wird, zuerst, und so soll und muß es sein, sucht man die Lebenden zu retten. Mit Laternen und Fackeln wird gleich nach Beendigung des Treffens umhergespäht; was noch aufgefunden werden kann, wo noch ein Athemzug das Leben verräth, eine matte Bewegung der Hand, des Hauptes bemerkt wird, das heben die sorgsamen Krankenträger der siegreichen Armee empor und bergen den Zerschmetterten in den schützenden Wagen, der, mit rothem Kreuze in weißem Felde geziert, alsdann mit seiner traurigen Last in die Lazarethe zurückkehrt. Wenn endlich jeder Theil des Schlachtfeldes sorgfältig abgesucht ist, dann schreiten die dunkel gekleideten Arbeiter heran.

Die unheimliche Stille wird unterbrochen durch das Geräusch von Wagen und Fußtritten. Hoch oben am Saume des Hügels, da, wo er sich mit dem Horizonte zu verbinden scheint, gewahrt man einen langen, dunklen Streifen, der sich um den kegelförmigen Berg windet und in die Ebene hinabläuft. Es sind theils größere, theils kleinere Fuhrwerke, aus Korbgeflecht oder plump gearbeiteten Leitern sind sie zusammengesetzt, einige Schütten Stroh bedecken den Boden des Kastens und darauf liegen übereinandergeschichtet die zur ewigen Ruhe Bestimmten. Welche grausigen Gestaltungen haben diese starren Körper angenommen! Wie verrenkt sind die Arme, wie schauerlich gespreizt oder gebogen die Beine! Sie starren zwischen den Sprossen des Leiterwagens hervor, hier und da nickt im Fahren ein blutiges Haupt aus dem Stroh, die Augen starren weit geöffnet, gläsern gequollen, in den Himmel, keine liebende Hand hat sie zugedrückt. Die Todten werden beerdigt! In langen Zügen nahen die Wagen und jene dunklen, beweglichen Reihen sind Todtengräbercompagnien. Wenige Minuten später machen sie alle Halt. Hier ist eine Stelle, wo das Verderben besonders gewüthet hat, und mit Kopfschütteln betrachten die an Grauen jeder Art gewöhnten Männer diese Stätte der Verwüstung.

Es ist der kleine Hohlweg, in dem auch ich eben stehe und der in die Ebene mündet; rechter Hand liegt auf einer Anhöhe das Dorf Chlum; oben auf dem Hügel, den sie soeben verlassen haben, ist das Logement sichtbar, hinter welchem die Verderben speienden Geschütze der Oesterreicher standen. Ein Theil der Arbeiter schwenkt links ab, in die Ebene hinein, und es beginnt nun eine ernste Verrichtung. „Antreten!“ schallt halblaut das Commando, die Männer stehen im Viereck um einen großen, freien Platz, sie nehmen ihre Werkzeuge zur Hand, dann dröhnen die Schläge der Hacken und die Stöße der Spaten durch die Stille des Schlachtfeldes, auf und nieder bewegen sich die Werkzeuge, fast im Tacte graben sie die weite Grube – das „letzte Quartier“ der Gefallenen. Die Männer arbeiten schnell und mit einer gewissen Hast. Sie bauen diese letzten Wohnungen mit handwerksmäßiger Geschicklichkeit, aber doch scheinen sie sich besonders zu eilen und bald ist der große, tiefe Graben ausgehöhlt. Nun verschnaufen sie Alle ein wenig, sie lehnen auf ihren Spaten und wischen den Schweiß von der Stirn. Aus dem Hohlwege schaut die schauerliche Karawane, sie bringt Schläfer herbei das letzte Quartier zu füllen. Zwei Reiter geleiten den Zug. Sie sind frisch und wohlauf, ihre braunen Gesichter strotzen von Kraft unter der Husarenmütze hervor, und doch irrt das Auge trübe blickend über die Reihen hinweg, welche jetzt neben dem Rande der Grube gebildet werden; die Reiter sehen da Manchen, den sie gekannt haben, der noch vor wenig Stunden ihnen zurief und mit der Hand winkte. Diese Hand hängt nun zerschmettert herab, dieser Mund ist nun auf ewig geschlossen.

Langsam werden die Todten von den Wagen herabgehoben. Einige Männer in bürgerlicher Kleidung leiten im Verein mit den uniformirten Todtengräbern das ernste Geschäft. Diese Männer haben weiße Binden um ihre linken Arme gewunden und auf den Binden zeigt sich ein rothes Kreuz – es sind die Samariter des Schlachtfeldes, denn sie pflegen Freund und Feind, und wo sie nicht mehr pflegen können, da wirken sie für die Bestellung des letzten Quartiers und suchen zu erforschen, wer von den Freunden in dem feuchten Grabe ruht.

Die Todten werden nebeneinander geschichtet, sie liegen in doppelter Reihe, so, daß ihre Füße zusammenstoßen. Da ruhen sie, die vor wenigen Stunden noch so erbittert gegeneinander fochten, friedlich, still! Die Uniformen bilden einen scharfen Contrast. Die weiße Farbe der österreichischen Waffenröcke neben dem Dunkel der preußischen; graue Jäger neben blauen Dragonern, braune, schmerzzerissene Gesichter, umspielt von schwarzen Haaren, neben bleichen, ruhigen Antlitzen, welche blondes Haupt- und Barthaar einrahmt, der Italiener neben dem Pommern, der Czeche neben dem Märker – Alle hinein, Alle bereit, das letzte Quartier friedlich mit einander zu theilen.

Zuweilen tönt ein lautes, schmerzliches Geheul durch die Stille. Da tragen sie auf einer Bahre oder Karre zwei Leichen daher, die sie gefunden haben in dem schrecklichen Hohlwege vor Chlum. Diese stummen Männer lagen unter einem Busche, dessen Zweige in den Weg nickten; als sie vorwärts zum Kampfe schritten, die beiden Krieger, stießen sie hier zusammen, Keiner wollte, durfte weichen, und so entspann sich der Kampf. Es waren erbitterte, starke Gegner; die Patronen sind verschossen gewesen und die Wuth des Gefechtes hat Beide erfaßt, so wild und mächtig, daß sie es ohnedies verschmäht haben würden, Kugeln zu wechseln, darum nehmen sie die blanke Waffe zur Hand und fallen sich an. Ein verzweifelter Kampf beginnt, die Blätter des Gebüsches werden herabgeschlagen, die Männer ringen gegen einander, schon bluten sie aus vielen Wunden, endlich sinkt der eine nieder in den Sand. Noch einmal versucht er es, sich zu erheben, aber die Wunde ist tödtlich gewesen, das Eisen des Gegners hat zu gut den Weg zum Herzen gefunden – im Tode bricht das Auge und der Sterbende fällt zuckend in den Schatten des Gebüsches. Sein Gegner versucht sich zu halten, umsonst! auch ihn hat der Stoß des Gefallenen hart getroffen. Er will sich weiter schleppen, noch ist Rettung möglich, da kracht es über, neben, unter ihm, von dem Logement des Hügels sanft die verderbliche Granate, die Aeste des Busches splittern gleich Regen auf ihn hernieder und ein Stücklein Eisen, kaum einen Zoll lang, fährt durch die Brust – noch ein dumpfer Schrei, ein krampfhaftes Zusammenschlagen der Hände, dann bricht der Kämpfer zusammen und im Sturme vorwärts wankend, bettet er sich auf den Körper seines erschlagenen Feindes. Wieder eine convulsivische Bewegung, die Arme strecken sich, sie umklammern die Leiche des Gegners und so, das Haupt auf die Brust desselben gelegt, verscheidet der Sieger auf dem Besiegten. Als die Leichenträger den Hohlweg absuchen, finden sie die Beiden in starrer, grausiger Umarmung; über ihnen nicken die zerschmetterten Zweige des Gebüsches im leichten Morgenwinde, vor ihnen sitzt der große, braune Hund des Oesterreichers, der seinen Herrn endlich gefunden hat und nun das klagende Gewinsel um den Todten ausstößt, welches markerschütternd aus der Kehle eines Thieres zum Ohre des Menschen dringt.

„Wir wollen sie Beide zusammenbetten, wie wir sie gefunden haben,“ sagt der Unterofficier zu den Leuten mit ernster Stimme, und also geschieht es. Man trägt den Preußen und den Oesterreicher auf einer Bahre in die Grube, und der arme braune Hund sitzt traurig davor und winselt so lange, bis er seinen Herrn nicht mehr sehen kann, denn die Todtengräber schaufeln hastig die Grube zu, sie müssen oft genug den braven Hund verscheuchen, der immer wiederkehrt und die Erde aufscharren will. Endlich ist genug Sand darüber geworfen, unter demselben schlummern sie Alle, die in das „letzte Quartier“ gewiesen wurden. Nun beten die Todtengräber leise; ringsum ist es wieder still, nur die klagenden Töne des Hundes unterbrechen das Vaterunser. „Fertig,“ tönt das Commando, „links um,“ und von dem weiten Grabe hinweg schwenken die Arbeiter, um von Neuem das ernste Tagewerk an anderer Stelle zu beginnen. Als sie sich nach einer Weile umwenden, sehen sie den Hund auf dem Grabe sitzen, er hat seine Schnauze in den Sand gebohrt, seine langen Ohren hängen herab, der Schwanz schlägt den Boden, der den geliebten Herrn bedeckt. Kein Rufen vermag das treue Thier von der Stelle hinwegzulocken, und als die Patrouillen beim Scheine des Mondes über das Feld ziehen, erblicken sie den Hund noch in derselben Stellung. Er kann nicht zu seinem Herrn dringen, er hütet den Eingang zum „letzten Quartier“ des Gefallenen.

Quelle: Georg Hiltl, „Erinnerungen aus dem deutschen Kriege des Jahres 1866.“ Nr. 2. „Bei Chlum,” Die Gartenlaube (1866), Heft 41, S. 643–45.

D. „Die Raubthiere des Schlachtfeldes“ (1866)

Das kleine Wäldchen von Sadowa weiß viel aus den jüngsten Tagen zu erzählen. Es sah colonnenweise die Tapfern fallen, an seinem Saume wie unter dem Schatten seiner Bäume Hunderte ihr Leben aushauchen. – „Er starb auf dem Felde der Ehre,“ ist ein großes und erhabenes Wort – leicht ausgesprochen – aber schwer gethan! Die Kugel trifft nicht immer das Herz; sie zerfleischt oft auf’s Grausamste den armen Menschenleib, ehe er den letzten Athemzug gethan, ehe er der Erde übergeben wird. Doch nicht allein diese Wunden und Martern fürchtet der Soldat – viele fürchten die Schändung nach dem Tode ebenso sehr, vielleicht noch mehr. Sie sprechen resignirt von der wüsten Grube, in der sie wohl bald ruhen dürften, doch nur mit geheimem Schauder von jenen Raubthieren in Menschengestalt, welche Armuth, Elend, Rachsucht oder nackte Verworfenheit auf das noch dampfende Schlachtfeld treibt – die Körper der todten Streiter zu berauben, zu verstümmeln, ja oft noch Lebende oder im Todeskampf Zuckende zu entkleiden und noch größerem Elend preiszugeben. Wir wollen nicht versuchen, noch einmal all’ die schauerlichen Einzelheiten aufzuzählen, die sich in dieser Beziehung auf den Schlachtfeldern Böhmens zutrugen – eben so wenig wollen wir die Bewohner dieses Landes deshalb anklagen, die wir wegen einzelner barbarischer Ausnahmsfälle nicht der Unmenschlichkeit zeihen, noch dafür verantwortlich machen dürfen.

Sicher aber werfen jene bekannten und constatirten Thatsachen von Raub, Mord, Plünderung und Leichenschändung einen düsteren Schatten auf das czechische Land, das sich nicht wundern mag, wenn es von Neuem vom Auslande mit Blicken des Vorurtheils und Vorwurfs betrachtet wird. Denn nicht mit Stolz, nur im Bewußtsein unserer Humanität dürfen wir ausrufen: In dem so verketzerten Deutschland ist eine ähnliche Barbarei nur ganz ausnahmsweise vorgekommen.

Ein Gang über das Schlachtfeld ist vor Kurzem in diesen Blättern eben so wahr wie ergreifend geschildert worden. Doch ist eine von Kämpfenden und Lebenden verlassene Wahlstatt eine so großartig-furchtbare Tragödie, daß sie sich in einem Zeitungsartikel nicht abspinnen läßt.

Wir traten, ich glaube es war am vierten oder fünften Juli, aus dem Wäldchen von Sadowa. Schwarzblaue niedriggehende Wolken zogen über die Landschaft hin, die einer Todtenstätte glich. Wir sahen Menschen mit zerrissenen Gesichtern und Köpfen, da und dort nur noch einen Rumpf oder ein zuckendes Etwas, das schwer an das „Ebenbild Gottes“ erinnerte, am Boden liegen. Hände und Arme, gen Himmel gestreckt und so erstarrt im qualvollsten Todeskampf, ragten als schreckliche Merkmale eines wüthenden Kampfes, der hier gehaust, aus einem Chaos von Waffen, zerstampfter Erde, von Blut und Schlamm hervor – und die Luft füllte sich bereits mit jenen Dünsten, die Moder und Verwesung vorangehen. Die Natur, wie im Erhabenen groß und unerreichbar, so auch hier unerreichbar und erfinderisch im Schrecklichen, im Bilde der Vernichtung! Wer Todte nicht auf dem Schlachtfelde sah, weiß nicht was Tod heißt – kennt seine Schrecken nicht – nicht sein verklärtes, nicht sein medusenhaftes Antlitz. Hier fällt der Blick nur auf offene, starre Augen, „die eine liebende Hand nicht schloß“ – der Eine sieht uns an, als wollte er lächelnd sagen: Dich sollte ich auch kennen – und es gehören starke Nerven dazu, diesen vertraulichen Blick aus dem Jenseits lange zu ertragen. Auf den Lippen Jenes scheint noch ein gräßlicher Fluch zu schweben – eine Granate hat ihm den Unterleib zerrissen – er hält noch mit der linken Hand die herausgetretenen Eingeweide zurück. – Lege nicht, Leser, mit kleinlicher Empfindsamkeit dieses Blatt bei Seite – du kannst ertragen zu lesen, was jene litten! Glaube mir, der Anblick solcher Leiden bessert und macht demüthig und zufrieden mit dem Schicksal, und sei es noch so herbe – oder unser Gemüth ist versteinert und unsere Sinne sind verbraucht und stumpf.

Entsetzen faßt mich noch jetzt, während ich dies niederschreibe, wenn ich der Scene gedenke, die uns am Saume des Sadowaer Waldes vor Augen trat – sie war haarsträubend und machte das Blut in den Adern erstarren. Wir waren noch ganz erfüllt von dem Anblick der eben gesehenen Todten, da schlugen die Töne einer fremden Sprache und rohes widerliches Lachen an unsere Ohren. Erstaunt, erschrocken blicken wir uns um: es sind nicht mehr Leichen, deren Anblick uns erschüttert, es sind Lebende, die uns erschrecken, deren Treiben uns mit Haß, Scham, Rache und Ekel erfüllt, es sind dies – die Raubthiere des Schlachtfeldes! Um den halbnackten, weißen Körper eines preußischen Grenadiers, der danebenliegende Helm bezeichnet ihn als solchen, ist eine Gruppe jenes Gesindels versammelt, welches die „Nachlese“ auf dem Schlachtfelde hält. Ein kleines, cretinartiges Scheusal versucht unter dem Gelächter der Umstehenden dem Gefallenen den Stiefel auszuziehen. Ein verthierter Bursche, der sich mit einem Säbel geschmückt hat, sieht der Heldenthat des Gnomen besonders beifällig zu, während eine robuste Dirne stumpfsinnig die Züge des Todten betrachtet und ihr Käsebrod dabei verzehrt.

Raublust und Hohn gelten indessen hier nur einer Leiche, ein Lebender aber soll auch noch abgethan – abgeschlachtet werden, damit man sich der Armseligkeiten bemächtigen kann, die noch an seinem Leibe oder in seinen Taschen sind. Ein Kerl mit einer Mistgabel bewaffnet, eben zum tödtlichen Stoße bereit in die arme, schon zerschossene Brust eines Soldaten – dieser, der sich halb erhoben und mühsam auf den verwundeten Arm stützt, hebt feierlich den rechten empor, als wolle er den Himmel zur Rache anrufen – – das Alles – es flirrte uns vor den Augen – nein! dies darf nicht sein – – und mit einem unterwegs gefundenen Reiterpistol feuerte einer von uns rücksichtslos über die Gruppe hinweg. Der Schuß verfehlte bei den Elenden seine Wirkung nicht, kaum hatte sich noch der Rauch der abgeschossenen Waffe verzogen, und die Bestien suchten bereits das Weite. Den Soldaten, der uns unterwegs noch mitteilte, er habe mit dem Bauer über eine Viertelstunde um sein bischen Leben capitulirt, brachten wir in das nächstliegende Feldlazareth, wo er jedoch nach wenigen Minuten starb, in Folge starker Verblutung und, wie er selbst noch mühsam herausbrachte, an ausgestandener Todesangst.

Quelle: „Die Raubthiere des Schlachtfeldes“, Die Gartenlaube (1866), Heft 39, S. 612–14.