Obwohl das Regime Ende der 1930er Jahre wirtschaftliche Autarkie
anstrebte, war die deutsche Wirtschaft nach wie vor in hohem Maße darauf
angewiesen, Absatzmärkte für ihre Exporte zu finden, um Einnahmen zu
erzielen und das Wachstum anzukurbeln. Gerade wegen der offiziellen
Autarkiepolitik wurde der Export umso wichtiger für die innere
Stabilität und die Finanzierung einer Reihe von Regierungsprogrammen,
insbesondere während des bevorstehenden Krieges. Deutsche Konsum- und
Gebrauchsgüter genossen bereits ein hohes internationales Ansehen, da
das Prädikat „Made in Germany“ für hohe Qualität stand. Die deutsche
Chemieindustrie, zu der auch synthetische Arzneimittel gehörten, genoss
ein besonders hohes Ansehen, wie diese Werbung für Bayer-Pharmazeutika
aus dem Jahr 1937 zeigt. In einer Reihe von Plakaten, die Schaufenster
nachstellten, nutzte der Konzern Bayer – Erfinder des Aspirins – seine
internationale Anziehungskraft in einer Reihe von Reklamebildern, welche
die Orte darstellten, an denen eine Aspirinflasche oder das Bayer-Logo
zu finden war. Eine Anzeige zeigte Bayer-Tabletten im amerikanischen
Westen, eine andere in der mexikanischen Wüste, und eine, die hier
abgebildet ist, stellte die Verbreitung von Bayer-Produkten in Asien
dar. Zusammengenommen ermutigten die Anzeigen die Deutschen, sich über
die Reichweite deutscher Produkte im Ausland Gedanken zu machen, um
ihnen ein Gefühl des Stolzes zu vermitteln und sie daran zu erinnern,
dass Deutschland in der Welt immer noch als Quelle von
Qualitätsprodukten galt.
Bayer-Werbung: deutsche Erzeugnisse in der ganzen Welt (1937)