Kurzbeschreibung

Das Propagandaministerium produzierte diesen Farbdokumentarfilm 1936, um Besucher zu den Olympischen Sommerspielen nach Berlin zu locken. Der österreichische Schauspieler und Regisseur Willi Forst führte Regie. Der Film zeigt Berlin als eine moderne, lebendige und einladende Stadt. Er bietet eine ausgewogene Mischung von Bildern: Badende am Wannsee, rauchende Frauen, lachende, speisende und tanzende Menschen – all das vermittelt das Bild einer pulsierenden Metropole und des wirtschaftlichen Aufschwungs. Der Film war Teil einer großen internationalen PR-Kampagne, die Menschen aus aller Welt in der Hauptstadt willkommen hieß. Während Bilder der marschierenden Jugend und die Sprache des Führerkults nicht ausgeklammert werden, war dieser Film doch Teil einer gezielten Bemühung, um die autoritären Aspekte des nationalsozialistischen Deutschlands herunterzuspielen. Bevor die internationalen Besucher in die Hauptstadt strömten, entfernte die NS-Regierung alle antisemitischen Schilder und präsentierte ein zensiertes Bild eines Landes in Frieden und unbelastet von Zwang und Terror, die unter der Oberfläche lagen.

NS-Propagandafilm: Berlin vor den Olympischen Spielen (1936)

Quelle

Willkommen in der Reichshauptstadt Berlin. Berlin präsentiert sich im Olympiajahr 1936 in festlichem Flaggenschmuck mit aktuellem Dessin: schwarze Hakenkreuze in weißem Kreis auf rotem Grund.

Die Siegessäule am Großen Stern von 1873 und das Brandenburger Tor mit der Quadriga, dem Wahrzeichen der Stadt, grüßen die Jugend der Welt, die in Gruppen staunend durch die breiten Straßen gehen.

Funkturm und Sender übermitteln das Geschehen der 11. Olympiade unmittelbar an alle Rundfunkstationen des Kontinents. [Radioansage]: ,,Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet die 11. Olympischen Spiele 1936 im Olympiastadion."

Im Bewusstsein des Volkes ist Berlin Deutschlands wichtigste Stadt und Unter den Linden eine ihrer Prachtstraßen.

Ein Schauspiel besonderer Prägung ist die Wachablösung vor dem Ehrenmal.

Die barocke Umgestaltung des Berliner Schlosses erfolgte um 1700 durch Andreas Schlüter.

Als geistiges Zentrum Deutschlands konzentriert sich in Berlin Kunst und Wissenschaft in einem besonderen Maße und führt durch seine Lage zu schöpferischer Kraft.

Aus dem Wechsel zwischen Flusslandschaft an der Spree und pulsierendem Großstadtrhythmus wie hier am Alexanderplatz bezieht Berlin seinen besonderen Reiz.

Besucher schätzen die Lebensfreude der Berliner, den Spaß am Tanz zwischen Molle mit Schuss und süßer Torte.

Und die Jugend marschiert für den Führer im Glauben an eine bessere Zukunft.

Planung und Gestaltung bringen neue Akzente ins Stadtbild.

Ein Besuch im Zoo bringt neue Begegnungen mit den Tieren.

Während man am Wannsee die Badefreuden als Ansturm der Massen erlebt.

Im Reichsluftfahrtministerium, dem Sitz des Ministers Hermann Göring, wird das Schicksal des deutschen Volkes für die Zukunft im Wesentlichen mit entschieden.

Quelle: Berlin. Reichshauptstadt 1936. Dokumentarfilm, Farbe, Regie: Willi Forst, 1936. Im Auftrag des Reichspropadandaministeriums. Internet Archive.
https://archive.org/details/berlin-1936-colour-propaganda-documentary-you-tube