Quelle
Knöpke: Wir legen den Grundstein vom Haus einer großen, wahren Freundschaft. Von hier aus werden über die Jahre Menschen mit der Klarheit ihrer Stimme, ihrer Gesinnung, ihrer Kunst, ihrer Kenntnis der ganzen Welt dienen. Von hier aus werden sie zu ihren Mitmenschen gehen, ohne das Haus, das sich über diesen Stein erheben wird, zu verlassen. In diesem Haus werden Funken der Liebe, der Freude, der Ermutigung zu allem Schönen, Wahren, Großen wachgehalten werden. Daran wollen wir denken, jedes Mal, wenn wir das künftige Haus Funkhaus nennen.
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Es sollen aus dem Funkhaus Darbietungen deutscher Kunst und deutscher Wissenschaft in alle deutschen Gaue an zur Zeit fast drei Millionen deutscher Rundfunkteilnehmer und weit über Deutschlands Grenzen hinaus in alle Welt durch Rundfunk verbreitet werden. Möge das Haus für die jetzigen und kommenden Geschlechter eine Stätte wahrer Kultur sein.
Bei der Grundsteinlegung waren der Vorsitzende des Aufsichtsrats und der geschäftsführende Direktor Stückeln-Merten. Wir legen nunmehr die Bauurkunde in eine Kassette und fügen den Text der Rede, die hier gehalten wurde, bei. Desgleichen eine Niederschrift der Worte, die zu den Hammerschlägen hier besprochen wurden. Wir fügen weiter bei, eine Anzahl von Büchern und Schriften, aus denen der Stand der heutigen Rundfunkbewegung ersichtlich ist. Während das Funkorchester zum Abschluss der Feier das Vorspiel zu den Meistersingern spielt, wird die Kassette verlötet und in den Grundstein eingemauert werden. [Musik]
Quelle: Grundsteinlegung zum "Haus des Rundfunks" in Berlin-Charlottenburg, Masurenallee, 29. Mai 1929. Deutsches Rundfunkarchiv K000803778