Kurzbeschreibung
Der erste Reichspräsident, Friedrich Ebert, starb im Februar 1925,
kurz vor Ende seiner Amtszeit. Während Ebert von der Nationalversammlung
gewählt worden war, fand nun erstmalig eine unmittelbare Wahl zum
Reichspräsidenten statt. Nachdem keiner der sieben Kandidaten im ersten
Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen konnte, einigte sich die
Weimarer Koalition darauf, den Zentrumspolitiker Wilhelm Marx zu
unterstützen. Die Rechtsparteien nominierten dagegen den 78-jährigen,
parteilosen General Paul von Hindenburg, der im zweiten Wahlgang knapp
als Sieger hervorging. Dieses Foto, das einen Lastwagen zeigt, der auf
den Straßen Berlins Wahlwerbung für Hindenburg betreibt, indem er eine
riesige Portraitbüste zur Schau stellt, illustriert den militaristischen
Personenkult, der um Hindenburg als „Sieger von Tannenberg“ betrieben
wurde und sicherlich erheblichen Anteil an seinem überraschenden
Wahlsieg hatte. Hindenburg, der seine monarchistische Überzeugung auch
nach der Revolution offen vertreten hatte, leistete den Amtseid auf die
Weimarer Verfassung und enttäuschte zumindest in seiner ersten Amtszeit
die Hoffnungen der politischen Rechten auf ein schnelles Ende der
Republik.