Kurzbeschreibung
Große Werbeagenturen wie die amerikanische Firma J. Walter Thompson
betätigten sich seit Mitte der 1920er Jahre auf dem deutschen Markt,
womit auch dort das Verständnis der Werbung als professioneller und
systematischer Wissenschaft Einzug hielt. Eine Fachzeitschrift beschrieb
die Aufgabe 1929 folgendermaßen:
„Es handelt sich also heute bei der Beratung nicht mehr um geniales
Inspiratorentum, um ‚originelle Ideen‘, geschmackliche Meinungen,
künstlerische Begutachtungen und dergleichen. Der Berater ist nicht mehr
jenes Stehaufmännlein früherer Zeiten, überströmend von Phantasie und
Impulsivität. Seine Erfolge wollen gedanklich erarbeitet sein, Pläne vom
grünen Tisch sind kein Dienst am Kunden. Aller Erfolg basiert auf der
sorgfältigen Berechnung und der Fähigkeit zum 100%igen Hineinarbeiten in
die spezielle Verbraucherpsyche. [ . . . ] Da ist Werbstoffsammlung,
wissenschaftliche Werbsachenprüfung, Markterkundung, Organisation,
Zeichnen und Photographieren, da sind Erfolgskontrollpraktiken,
Textspezialisten, Drucktechniker, Auftragsausführer." Aus: Hans
Wündrich-Meissen, „Aufgaben des Beraters”, in
Die Reklame 22 (1929), S. 445-46.