Kurzbeschreibung

Otto Schily (*1932), Joschka Fischer (*1948) und Gerhard Schröder (*1944) zählen zur Generation der sog. „68er“, die durch die Protestbewegungen der 1960er und 1970er Jahre nachhaltig politisiert worden war. Schily wirkte u. a. als Strafverteidiger von Mitgliedern der RAF und wurde 1980 Mitbegründer der Grünen; 1989 trat er zur SPD über und vertrat als Bundesinnenminister (1998-2005) schließlich eine harte Linie in der inneren Sicherheit. Fischer lieferte sich als Angehöriger linksrevolutionärer Bewegungen im Frankfurt der 1970er Jahre Straßenschlachten mit der Polizei, distanzierte sich aber angesichts des Terrorismus der RAF letztlich von Gewaltanwendung; auch er engagierte sich bei den Grünen und wurde 1985 hessischer Umweltminister. Gegen Widerstände in der eigenen Partei verteidigte er als Bundesaußenminister (seit 1998) den Militäreinsatz im Kosovo 1999 aus humanitären Gründen. Schröder trat 1963 der SPD bei und wurde 1978 Bundesvorsitzender der Jungsozialisten; den vom damaligen SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt unterstützten NATO-Doppelbeschluss lehnte Schröder ab. Als niedersächsischer Ministerpräsident (1990-1998) und Kanzlerkandidat 1998 profilierte sich Schröder als machtorientierter Pragmatiker. Im Bild: Bundesinnenminister Otto Schily (l.), Bundesaußenminister Joschka Fischer (m.) und Bundeskanzler Gerhard Schröder (r.) während einer Bundestagssitzung in Berlin.

68er an der Macht: Otto Schily, Joschka Fischer, Gerhard Schröder (11. November 1999)

  • Wolfgang Kumm

Quelle

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