Die Jugendkultur in NS-Deutschland war ein wichtiger Bestandteil der
offiziellen Propaganda. Jugendliche wurden ermutigt, den beiden
offiziellen NSDAP-geführten Jugendorganisationen beizutreten, der
Hitlerjugend für Jungen und dem Bund Deutscher Mädel für Mädchen. Bis
1935 wurden alle anderen Jugendorganisationen verboten, so dass nur noch
die beiden Zweige der Hitlerjugend übrigblieben. Nach 1936 wurde der
Beitritt zu diesen Gruppen schließlich verpflichtend, doch anfangs wurde
mit der Zugehörigkeit zu einer großen Gemeinschaft, der Pflicht
gegenüber dem Vaterland und der Möglichkeit, Abenteuer zu erleben, um
Mitglieder geworben. Die Mitgliedschaft war auf diejenigen beschränkt,
die ihre „rassische Reinheit“ nachweisen konnten, und beide
Jugendorganisationen hatten Altersbeschränkungen (der BDM war für
Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren gedacht; Mädchen im Alter von 10
bis 14 Jahren konnten stattdessen in den Jungmädelbund (JM) eintreten).
Die HJ hatte eine ähnliche Alterseinteilung, nach der Jungen unter 14
Jahren dem Deutschen Jungvolk in der Hitlerjugend angehörten. Im BDM
wurden Mädchen auf die Ehe und das häusliche Leben vorbereitet, während
sich die Jungen in der HJ auf Sport und andere Aktivitäten
konzentrierten, die sie auf einen bevorstehenden Krieg vorbereiten
sollten. Auf diesem Rekrutierungsplakat für den BDM aus dem Jahr 1937
heißt es: „Auch du gehörst dem Führer“, daneben ist ein junges
„arisches“ Mädchen abgebildet, das alle Mitglieder der
„Rassengemeinschaft“ daran erinnert, dem Führer gegenüber Loyalität und
Gehorsam zu zeigen. Ähnliche Plakate richteten sich an Jungen.
Bund Deutscher Mädel Mitgliederwerbeplakat (1937)
Quelle
Quelle: Plakat, 1937. Unbekannter Künstler. Herausgeber: Reichsjugendführung. Bundesarchiv, Plak 003-011-009.