Die Bar Mitzvah für Jungen und die Bat Mitzvah für Mädchen ist ein
bedeutender Meilenstein des Erwachsenwerdens für jüdische Jugendliche.
Die Feier umfasst wichtige Rituale wie das erste Lesen der Torarolle,
ein festliches Essen und die Übergabe von Geschenken. In der Regel
nehmen daran der weitere Familienkreis und Freunde teil. Auch nach der
Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 feierten jüdische
Familien diese für die Entwicklung ihrer Kinder wichtige Tradition
weiter. Die hier abgebildete Gedenkkarte wurde von dem deutschen
Grafiker Paul Isidor Landmann für die Bar Mitzwa seines Sohnes Carl am
23. September 1933 entworfen. Die Karte wurde wie das Etikett einer
Zigarettenschachtel gestaltet, um das Geschäft der Familie und ihren
wichtigsten Kunden darzustellen. Das Unternehmen der Familie Landmann
wurde 1938 „arisiert“, im Jahr darauf floh die Familie nach England und
ließ sich schließlich 1940 in den Vereinigten Staaten nieder. Das Feiern
von Bar Mitzvas wurde bis weit in die NS-Zeit hinein fortgesetzt, obwohl
die antisemitische Gesetzgebung in Deutschland verschärft wurde. Diese
Traditionen sorgten für ein Gefühl der Beständigkeit und stärkten das
Gemeinschaftsgefühl der Juden.
Andenken an eine Bar Mitzvah (1933)
Quelle
Quelle: Jüdisches Museum Berlin. Leihgabe von Carl Landman.