Kurzbeschreibung

Gertrud David produzierte 1925 den Film „Evangelische Auswanderer- und Bahnhofsmission“, um Reisende in Not auf die Sozialdienste aufmerksam zu machen, die in den meisten größeren deutschen Bahnhöfen angeboten wurden. Die erste solche Mission wurde 1894 in Berlin ins Leben gerufen, um junge Frauen zu unterstützen, die auf der Suche nach Arbeit in die Stadt zogen. In den folgenden drei Jahrzehnten verbreiteten sich ähnliche Missionen schnell im ganzen Land. Im Jahr 1910 gründeten die bis dahin völlig getrennten katholischen und evangelischen Bahnhofsmissionen eine ökumenische Dachorganisation – eine der ersten in Deutschland –, um ihre Zusammenarbeit zu erleichtern. Auch der Umfang ihrer Dienste entwickelte sich weiter. Am Ende des Ersten Weltkriegs beispielsweise versorgten die Bahnhofsmissionen heimkehrende Soldaten, Kriegsgefangene und Flüchtlinge. Während der Weltwirtschaftskrise, boten sie Hilfe für Arbeitslose und Obdachlose, insbesondere für Kinder, die dringend Verpflegung und Schutz benötigten.

In einer Szene dieser kurzen Produktion bemerkt eine besorgte Reisende einen zwielichtigen Mann, der sich einer jungen Frau im Zug nähert, und findet sofort eine Mitarbeiterin der Bahnhofsmission, welche sich der jungen Frau annimmt. Eine andere Szene schildert eine warnende Geschichte: Ein junger Mann kommt ohne Unterkunft an denselben Bahnhof und geht schließlich mit einem Fremden mit, der ihm eine billige Unterkunft verspricht. Später wacht der Mann in einem schmutzigen Zimmer auf, zerzaust und seiner Habseligkeiten beraubt. Der Film zielte also sowohl darauf ab, die Öffentlichkeit für die wichtige Arbeit der Bahnhofsmissionen zu gewinnen, als auch argslose Reisende zu Wachsamkeit und Vorsicht zu mahnen.

Evangelische Auswanderer- und Bahnhofsmission Hamburg (1925)

Quelle

Quelle: Vom unsichtbaren Königreich: Evangelische Auswanderer- und Bahnhofsmission, Regie: Gertrud David, Gervid Film GmbH, 1925. Bundesarchiv Filmarchiv Filmwerk ID: 81920

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